Weferlingen. Wer den Weferlinger Friedhof von der Geschwister-Scholl-Straße aus betritt, kommt unweigerlich an ihnen vorbei: Maulbeerbäume gegenüber dem Schulhof des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Sie sehen gegenwärtig noch etwas staksig aus, weil die Gemeindearbeiter sie beschnitten und gestutzt haben. "Doch die schlagen wieder aus", sagt Jürgen Preikschas.

Der Gemeindearbeiter und Gemeinderat interessiert sich für die Geschichte, wie diese für unsere Breiten nicht üblichen Maulbeerbäume nach Weferlingen kamen. Die grünen Blätter der Weißen Maulbeere dienten der Zucht des Seidenwicklers. Hauptsächlich deshalb wurden die Maulbeerbäume nach Europa eingeführt, allerdings zumeist in Südeuropa.

Die Zucht und Seidenproduktion war wohl auch der Grund, weshalb die Maulbeerbäume nach Weferlingen kamen, so Jürgen Preikschas.

Auch in Preußen wurden zur Seidenproduktion Weiße Maulbeeren an Alleen, auf Marktplätzen und oft auch auf Schulhöfen gepflanzt.

Billige Seidenimporte aus Südostasien Anfang des 20. Jahrhunderts machten die europäische Seidenzucht und damit auch die europäischen Maulbeerbäume überflüssig und verdrängten sie von den Alleen.

Jürgen Preikschas weiß, dass ein Herr Behrends, ein ehemaliger Lehrer, sie wohl im Jahr 1936 an der Stelle pflanzte. Ziel war es wohl, die Seidenraupenzucht zu betreiben, besonders um Fallschirmseide zu gewinnen, meinte der Weferlinger. Doch ihn interessieren noch weitere Fakten, die sich rund um die Pflanzung drehen.

Vielleicht hat jemand noch alte Aufzeichnungen, in denen es um die Geschichte der Maulbeerbäume geht oder Fotos, die Schüler oder andere Bürger des Ortes bei der Pflanzung oder Pflege zeigen.