Flechtingen (cbo). Er ist nicht neu, der Hahn vor dem alten Pfarrhaus gleich neben der Flechtinger Kirche. Aber er ist seit kurzem so aufgepeppt, dass er die Aufmerksamkeit der Vorbeikommenden unweigerlich auf sich zieht.

Doch die Geschichte beginnt eigentlich schon früher: Künstler Lorenz Tacke aus Zobbenitz spendierte dem Freundeskreis Kleine Galerie den aus Holz geschnittenen Hahn. Schon in der vergangenen Saison 2010 begrüßte der stolze Gockel die Gäste der Kleinen Galerie im Vorgarten, doch mit seiner ursprünglichen Holzfarbe wollte er nicht so richtig hervortreten. Da entstand die Idee, dem Hahn durch Farben mehr Leben einzuhauchen.

In ihrer Tochter Ann-Kathrin fand Freundeskreis-Mitglied Kerstin Seifert eine Farbkünstlerin. In den Winterferien und auch noch danach verpasste die 17-jährige Gymna-siastin der Holzskulptur ein knallbuntes Kleid. Und das, obwohl die Jugendliche zuvor den Kunstkurs im Gymnasium abgewählt hatte, wie sie berichtete. "Es hat Spaß gemacht, war aber auch ganz schön aufwendig", sagte Ann-Kathrin Seifert über ihre Arbeit. Viele Stunden hatte sie mit Pinsel und Farben am Gockel zugebracht.

Mit Acrylfarben wurde das Kunstwerk in Angriff genommen. "Zwischendurch haben wir die Farbe gefönt, damit sie trocknet", berichtete Kerstin Seifert. Auf einem Pflanzenroller wurde das schwere Objekt aus dem heimischen Stall heraus- und nach der Arbeit wieder hineingerollt.

Zum alten Pfarrhaus brachte am Sonnabend Vater Günter auf einem Pritschenauto das fertig bemalte Tier.

Lorenz Tacke ließ es sich nicht nehmen, dem Hahn noch einen zusätzlichen Sockel aus Holz anzupassen, damit er nun noch höher thront und über das Treiben in und an der Galerie wachen kann. Und selbst bei geschlossener Gartentür fällt der Hahn mit seinem knallbunten Kleid den Spaziergängern auf.