In den nächsten Wochen werden in den Grundschulen im Landkreis neue Zahnrettungsboxen verteilt. Bereits 2008 hatten Zahnärztekammer und Technikerkrankenkasse die so genannten "Dentosafe"-Boxen an den Grundschulen verteilt. Nun, drei Jahre später, ist die Haltbarkeit der speziellen Flüssigkeit abgelaufen und die Boxen werden erneuert.

Landkreis Börde. So ein Zahnunfall kann schnell passieren - beim Spiel, beim Sport, beim Herumtoben auf dem Schulhof. Rund 900 solcher Unfälle, bei denen ein Zahnstück abbricht oder gar ein ganzer Zahn herausgeschlagen wird, passieren pro Jahr an Schulen im Land. Oftmals ist ein Zahnarzt auch nicht sofort zur Stelle, wenn in der Schule, im Schwimmbad oder auf dem Fußballplatz ein Zahn ab- oder ausgeschlagen wird. Die fachmännische Behandlung und der Transport des Zahnes zum Zahnarzt sind aber für den Erfolg weiterer Behandlungen entscheidend.

Schon im Jahr 2008 sponserte die Techniker-Krankenkasse Sachsen-Anhalts zusammen mit der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt "Dentosafe"-Zahnrettungsboxen, die den Grundschulen kostenfrei zur Verfügung gestellt werden konnten. Diese Zahnrettungsboxen enthalten eine Nährlösung, die das Aufbewahren von ausgeschlagenen Zähnen und Zahnteilen bis zu 24 Stunden ermöglicht. Allerdings verfällt die Nährlösung in den Rettungsboxen nach drei Jahren, so dass in diesem Jahr ein flächendeckender Austausch der Boxen notwendig wird.

Der Jugendzahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes des Landkreises Börde unter der Leitung von Dr. Dieter Heese in Zusammenarbeit mit den Zahnärztlichen Kollegen und dem Kreisstellenvorsitzenden Dr. Henning Frank wird in den nächsten Wochen an den Grundschulen des Landkreises neue Zahnrettungsboxen austeilen, die dann meistens in den Sekretariaten der Grundschulen gelagert werden.

"Wenn man bedenkt, dass eine Zahnrettungsbox zwischen 12 und 24 Euro kostet, ein ersetzter Zahn jedoch schnell das einhundertfache an Kosten verursachen kann, sollte das Vorhandensein von Zahnrettungsboxen auch in Schwimmbädern, Turnhallen und Sportvereinen ganz selbstverständlich sein", so Dr. Frank. Auch ein Art "Notfallplan" (siehe Infokasten) wäre hilfreich.

Gerade für Sportler raten Zahnärzte zu einem Sportmundschutz. Vom Zahnarzt mit genauen Kieferabdrücken zusammen mit einem zahntechnischen Labor angefertigt und genau auf die Kiefersituation des Sportlers abgestimmt, ist er der beste Schutz gegen einen Stoß oder Schlag auf einen Zahn. Ein Rempler, unbeabsichtigt vielleicht mit dem Ellenbogen beim Handball oder beim Rutschen im Schwimmbad verursacht, kann lebenslange Zahnbehandlungen und einen künstlichen Ersatz von Zähnen erforderlich machen. Der individuelle, laborgefertigte Sportmundschutz aber kann dem Träger helfen, folgenschweren Zahnverletzungen wirksam vorzubeugen, raten Zahnärzte. In der kommenden Woche wird ganz speziell auf Zahnunfälle hingewiesen. Denn vom 11. bis zum 15. April läuft die 7. Zahnrettungswoche in Sachsen-Anhalt unter dem Motto "Gewusst, wie!".