Sonnabendmorgen um 9 Uhr - es wird in Etingen Alarm ausgelöst. Es brennt auf dem Gutshof der Familie Wischeropp in Zillbeck. Acht Kameraden der Etinger Ortsfeuerwehr rücken aus. Doch Menschen, Tiere und Gebäude sind nicht in Gefahr, denn es handelt sich nur um eine Übung. Eilig - aber mit Bedacht fahren die Brandschützer in Richtung Zillbeck.

Von Anett Roisch

Etingen/Zillbeck. "Die Schwierigkeit besteht darin, dass in Etingen und im Besonderen in den Ortsteilen wie Zillbeck die Entfernungen von den Wasserentnahmestellen bis zu den Häusern und den Ställen sehr groß sind. Damit es im Ernstfall keine Probleme gibt, trainieren wir heute wieder", sagt Etingens Ortswehrleiter Lutz Barnieck und erklärt: "Wir machen einen Tag der Ausbildung. Schwerpunkt ist die Wasserversorgung über längere Strecken."

Am Wassergraben angekommen, gilt es nun, eine 300-Meter lange Schlauchstrecke zu legen. Während einige Männer die Verbindung herstellen, fahren die anderen schon auf den Gutshof. Zu Fuß laufen dann zwei Männer mit dem Schlauchwagen zum Einsatzort. "Ihr müsst aufpassen, dass der Schlauch nicht über die Straße führt", ruft einer der Männer seinen Kameraden zu. Wenige Minuten später heißt es schon: "Wasser marsch!"

Auf dem Hof schaut auch Ernst Wischeropp den Brandschützern zu. "Es ist ein beruhigendes Gefühl, dass die Männer auf unserem Hof den Ernstfall proben", sagt Wischeropp und hat gleich noch eine Idee, wie man die Strecke zur Wasserentnahme verkürzen könnte. Auch die Hunde, Kühe und Pferde auf dem Gut spüren die Aufregung.

"Solche Ortsbegehungen im Außenbereich, wie bei Wischeropps, sind überaus wichtig. Zum einen, weil die Menschen hier Werte geschaffen haben, die wir schützen wollen und zum anderen ist es auch eine jährliche Überprüfung für unsere Atemschutzgeräteträger und auch für die Maschinisten", beschreibt der Wehrleiter, der mit sieben Kameraden angerückt ist. "Es hat ungefähr zehn Minuten gedauert von der Alarmierung bis zur Wasservorsorgung am Einsatzort. Wir bauen noch einen Monitor auf, um größere Wassermengen zu fördern", erklärt Barnieck und bedankt sich bei Familie Wischeropp, die ihr Grundstück für die Übung zur Verfügung stellt. Es ist nicht die erste Brandschutzübung. "Am Freitag haben wir auch eine kleine Übung im Kindergarten gemacht, um so zu sehen, wie die Kommunikation unter den Kameraden funktioniert", blickt Barnieck zurück und lobt seine Kameraden: "Das hat gut geklappt."

Gemütlich machen es sich die Brandschützer beim gemeinsamen Mittagessen im Gerätehaus. Doch viel Zeit zum Ausruhen lassen sich die Männer nicht, denn am Nachmittag gibt es noch eine weitere Übung in Etingen, bei der die Funktion der Tiefbrunnen getestet wird. Am Ende des Tages zieht der Ortswehrleiter Bilanz: "Ich bin zufrieden. Es gibt noch einige Dinge, die wir verbessern können, aber deswegen trainieren wir ja auch."

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