In den Haldensleber Hauptbahnhof soll wieder mehr Leben einziehen. Die Tourismusinformation sowie eine sogenannte Mobilitätszentrale sollen nach der Sanierung dort ihren Platz finden. Dafür wird ein geeigneter Betreiber gesucht.

Haldensleben. Schon vor Jahren hat die Stadt Haldensleben ihr Interesse bei der Deutschen Bahn AG bekundet, das Gebäude des Haldensleber Hauptbahnhofs zu erwerben. Das Vorhaben blieb jedoch erfolglos, die Bahn veräußerte die Immobilie an einen anderen Interessenten. Und zwar die Patron Elke Sàrl, eine Investmentgesellschaft aus Luxem- burg. In deren Auftrag versucht die Main Asset Management GmbH aus Delitzsch seit 2009, das Gebäude zu vermieten.

Ein Vorstoß der Stadt Haldensleben, gemeinsam mit den hiesigen Stadtwerken und der lokalen Wohnungsbaugenossenschaft Haldensleben eine Haldensleber Servicegesellschaft ins Leben zu rufen, die im Bahnhofsgebäude eine Mobilitätszentrale betreiben sollte, scheiterte jedoch an der finanziellen Zurückhaltung weiterer Kooperationspartner. "Unsere Vorstellungen haben sich im Mai 2010 zerschlagen, da das zu erwartende Defizit für die Stadt einfach zu groß geworden wäre", sagte Stadtdezernent Henning Konrad Otto.

Ein weiterer geeigneter Bewerber fand sich indes nicht. Deshalb soll nun ein neuer Anlauf unternommen werden, das Bahnhofsgebäude als echte "Empfangshalle" für die Reisenden, die per Bahn und Bus in der Kreisstadt ankommen, zu gestalten. "Die Nahverkehrsgesellschaft Sachsen-Anhalt (Nasa - Anm. d. Red.) ist vor einigen Wochen auf unser Angebot zurückgekommen", erklärte der Dezernent. Deshalb wird nun ein - wie Otto und Nasa-Pressesprecher Wolfgang Ball betonen - "qualifizierter Betreiber" gesucht. "Auf den Inhalt kommt es dabei an", machte Otto deutlich. "Wir wollen jemanden finden, der sagt ¿Das traue ich mir zu!\'."

Denn von den Interessenten wird mehr erwartet, als nur Fahrkarten und Snacks zu verkaufen - sie sollen vielmehr eine Mobilitäts- und Tourismuszentrale vorhalten. Dazu zählen neben Dienstleistungen für Fahrgäste von Bahn und Bus auch Angebote für Touristen. "Der künftige Betreiber muss bereit sein, auch die Haldensleber Stadt-Information mit zu übernehmen und ihr Angebot zu erweitern", nannte Otto eine der Hauptbedingungen.

Das bedeutet, dass die Stadt-Information, die derzeit noch von Haldensleben-dig am Postplatz betrieben wird, dann nicht nur möglicherweise den Betreiber, sondern mit Sicherheit auch den Standort wechseln wird."Der Bahnhof ist die bessere Variante als der Postplatz", machte der Dezernent deutlich und verwies dabei auf die Parkmöglichkeiten am Bahnhof, die so am Postplatz nicht vorhanden seien.

Zuschüsse von der Stadt und der Nasa

Zusätzlich zu dieser vollwertigen Tourismuszentrale am Bahnhof soll es dann noch eine "Tourist-Info light", also eine abgespeckte Version im Bürgerbüro im Rathaus geben. "Beide Einrichtungen sollen miteinander vernetzt werden, damit es beispielsweise keine Doppelungen bei der Zimmervermietung in Haldensleben gibt", erklärte Henning Konrad Otto weiter.

Je nach Leistungsumfang soll der künftige Betreiber für die Tourismuszentrale einen jährlichen Zuschuss von der Stadt erhalten. Der könne laut Otto bis zu 45000 Euro betragen. "Weitere 25000 Euro werden pro Jahr für die Bewirtschaftung einer Mobilitätszentrale mit Fahrscheinverkauf, Bahn- und Busauskunft, Radaufbewahrung und WC von der Nasa, der Elbe-Saale-Bahn und der OhreBus Verkehrsgesellschaft mbH finanziert, wenn der Bewerber dies anbietet", ergänzte Wolfgang Ball. Darüber hinaus sei die Kombination des Servicebereiches mit einem Shop für Reisebedarf, Backwaren oder anderen Produkten ausdrücklich erwünscht.

Auch an einer entsprechen-den Herrichtung des Bahnhofsgebäudes wird sich das Land Sachsen-Anhalt beteiligen. "Die Sanierung wird der Eigentümer bezahlen. Allerdings kann er für die Teile, die von den Reisenden im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden, Fördermittel in Höhe von 80 Prozent aus dem Revita-Programm beantragen. Die werden dann auch gewährt", versicherte der Nasa-Pressesprecher.

Weitere Auskünfte dazu gibt Ralf Kerkhoff von der Agentur Bahnstadt, Telefon (030) 405057715. Nähere Informationen sowie die kompletten Ausschreibungs- und Bewerbungsunterlagen sind zudem im Internet zu finden. Die Bewerbungsfrist endet am Freitag, 29. April.

www.bahnhof-haldensleben.de