Nach kritischen Fragen über den Magdeburger Tourismusverband (MTV) "Elbe-Börde-Heide" auf seiner vorletzten Sitzung setzte der Kulturausschuss am Montag mit einem deutlichen "Ja" einen Schlussstrich unter die Diskussion über den Beitritt der Gemeinde. Zuvor hatte die MTV-Geschäftsführerin Irene Mihlan am Montag den Verband ausführlich vorgestellt.

Hermsdorf. Meinungen wie, "Die Hohe Börde ist kein Reiseland", oder: "Im Konzert der großen Sehenswürdigkeiten gehen wir doch unter, und brauchen dafür nicht noch zu zahlen" - vor allem aber die Frage "Was ist und macht eigentlich dieser Tourismusverband?" hatten im März einer einstimmigen Positionierung für den Beitritt der Gemeinde zum MTV noch verhindert. Diese Zweifel und Unkenntnis konnte Irene Mihlan entkräften. Neben allgemeinen Angaben über die Struktur, Mitglieder und Finanzierung der Verbandsarbeit (siehe Kasten) berichtete die Geschäftsführerin über Entwicklungen, die sich auf dem Gebiet zwischen Heide, Elbe und Börde abzeichnen. "Uns ist klar, dass wir kein klassisches Urlaubsland, sondern ein Reiseland sind - ein Reiseland vor allem für Kurzreisende, Tagesausflügler und Aktivurlauber, die vor allem aus den Ballungsräumen Hannover und Magdeburg in der Region vor ihrer Haustür unterwegs sind. Die frühere Schwerpunktsetzung der Tourismusarbeit auf Sehenswürdigkeiten verlagert sich in unserer Region immer mehr auf den Aktivtourismus - und da vor allem auf Wandern und Radfahren. Unser Verband ist zuständig für den Elbe-Radweg, der zum siebenten Mal zum beliebtesten Radfernweg Deutschlands gekürt wurde. Und mit dem Aller-Radweg und dem Aller-Elbe-Radweg hat sich nun ein Netz entwickelt, das interessante Abstecher vom Elberadweg bietet, auch und gerade in ihre Region, die durch das derzeit entstehende Holunderradwegenetz perfekt in dieses Geflecht von Aktivangeboten in Verbindung mit touristischen Besonderheiten passt. Mit uns haben sie die Chance, dass beispielsweise die Magdeburger mehr über Dinge erfahren, die sie vom Holunderkontor über das Hopfenhaus bis hin zur Veltheimsburg besitzen."

Mihlan ergänzte: "Und Tourismus ist auch für die Region Elbe-Börde-Heide ein wachsender Wirtschaftsfaktor. Ein übernachtender Radtourist gibt 60 Euro am Tag aus, ein Tagesausflügler 30 Euro. Ähnlich wie bei der von uns konzipierten ¿Süßen Tour\' durch das Rübenland Börde bieten sich auch bei ihnen touristisch interessante Wegestationen über gute Küche, alte Bräuche oder Technikgeschichte an. Dis gilt es, gemeinsam zu vermarkten." Zudem besteht für alle Mitglieder die Möglichkeit, sich beim Setzen von Schwerpunktthemen einzubringen, etwa durch die Mitarbeit im Marketing-Ausschuss unseres Verbandes. Je mehr sie sich einbringen, desto höher die Chance, eigene Ideen zu verwirklichen."

Stellvertretend für die übrigen Mitglieder des Kulturausschuss erklärte Peter Nellen: "Sie haben mir heute viel von meiner Skepsis genommen und ich kann nur empfehlen, dem Tourismusverband so bald wie möglich beizutreten." Der Jahresbeitrag kostet 1 600 Euro.