Nun ist es raus: Börde-Landrat Thomas Webel folgt dem Ruf nach Magdeburg als neuer Landes-Verkehrsminister. Seine Entscheidung gab er gestern im Volksstimme-Gespräch bekannt. Damit ist klar, dass im Sommer ein neuer Landrat gewählt werden muss. Für die Börde-CDU soll dann Martin Stichnoth ins Wahl-Rennen geschickt werden. Der 33-jährige Wolmirstedter ist Webels Wunschkandidat.

Haldensleben. Am kommenden Dienstag um 15.45 Uhr wird es soweit sein: Dann wird Noch-Landrat Thomas Webel (CDU) seine Ernennungsurkunde als neuer Landesverkehrsminister in die Hand bekommen - genauso wie die anderen neuen Landesminister der CDU-SPD-Regierung.

Webels Entscheidung fiel am Donnerstagabend beim Parteitag der CDU. "Man hat mir nicht einmal die Chance gegeben, abzulehnen. Ich habe mich also entschieden, den Job anzunehmen - wenn auch schweren Herzens. Allerdings ist der Posten des Verkehrsministers eine Aufgabe, die sehr reizvoll ist", sagte Webel gestern im Volksstimme-Gespräch.

Lange hatte Webel mit der Entscheidung gerungen, schließlich ist er seit mehr als 20 Jahren Landrat - im Altkreis Wolmirstedt, im Altkreis Ohrekreis und im Landkreis Börde. Mit der Übernahme des Ministerpostens muss er seinen Stuhl räumen. Dezernent Dietrich Bredthauer wird ihn als gewählter Beigeordneter vorerst vertreten.

Innerhalb von drei Monaten muss im Landkreis nun neu gewählt werden. Laut Gesetz wäre also der 19. Juli der späteste Termin für den ersten Wahlgang. Da dieser Tag jedoch ein Dienstag ist, kämen die Sonntage 10. oder 17. Juli in Frage. Hier beginnen jedoch die Sommerferien. Angesichts einer erfahrungsgemäß ohnehin recht geringen Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen könnte dies noch erschwerend hinzu kommen. Deshalb hatte sich die Kreisverwaltung bemüht, eine Ausnahmegenehmigung für spätere Wahlen zu bekommen. Doch dies schlug fehl.

Noch-Börde-Landrat Webel gestern zur Volksstimme: "Wir können das Gesetz nicht biegen, wir werden mit den Fristen leben müssen. Es gibt ja immer noch die Möglichkeit der Briefwahl."

Was seinen möglichen Nachfolger anbelangt, so hat Webel da schon klare Vorstellungen. Mit dem CDU-Kreisvorsitzenden und künftigen Landes-Innenminister Holger Stahlknecht habe er sich bereits auf einen Kandidaten verständigen können. Auf dem demnächst stattfindenden CDU-Kreisparteitag soll der Wolmirstedter Martin Stichnoth als Landrats-Kandidat vorgeschlagen werden.

"Wir haben uns die Wahl nicht allzu schwer machen müssen. Martin Stichnoth ist ein hervorragender Kandidat. Er ist von uns ausgebildet worden, kennt sich in der Kreisverwaltung bestens aus, ist ja auch Sachgebietsleiter", sagte Webel. Zudem: "Martin ist annähernd so alt wie ich es damals war, als ich Landrat geworden bin", so Thomas Webel. Stichnoth ist 33 Jahre, Webel war 36. "Er wird von mir jede weitere Unterstützung bekommen. Für die Zukunft wäre er genau die richtige Entscheidung. Er ist mir von allen Bewerbern am ähnlichsten - im Umgang mit den Menschen, im Lösen von Problemen, in seiner Art. Er wäre für mich ein guter Ersatz", sagte Webel im Volksstimme-Gespräch.

Martin Stichnoth ist in der Kreisverwaltung Sachgebietsleiter und Personalratsvorsitzender. Außerdem ist Stichnoth CDU-Mitglied im Wolmirstedter Stadtrat, ist Vorsitzender des Ausschusses für Finanzen. In seiner Freizeit engagiert er sich unter anderem als Kreisvorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins Börde-Ohre.

Da nun klar ist, dass Webel geht, und die Zeit bis zur Wahl sehr knapp ist, werden sich auch die anderen Parteien im Landkreis beeilen müssen, ihre Gegenkandidaten aufzustellen. Bislang hat sich noch keine Partei zur K-Frage geäußert. Alle warteten ab, wie Webel sich entscheiden würde. In den nächsten Tagen und Wochen wird es also noch mehrere Kreisparteitage geben - und Namen, die im schon bald stattfindenden Wahlkampf auftauchen.