Die Haldensleberin Bärbel Markert ist sauer. Zwar lockt das schöne Wetter viele Radfahrer so wie sie ins Freie. Doch auf den entsprechenden Radwegen läge so viel Glas, dass man fast bei jeder Tour einen Schlauch opfert - und im Zweifel nach Hause laufen muss.

Haldensleben. Bärbel Markert hat ihr Fahrrad schon frühlingsfit gemacht und freute sich auf ausgedehnte Touren durch die Kreisstadt und deren Umgebung. "Da ich am Knie verletzt bin, hat der Arzt mir das Radfahren auch empfohlen", nennt die Haldensleberin einen weiteren Grund, warum sie sich öfter auf den Sattel schwingt.

Doch der Spaß am Radfahren ist ihr mittlerweile fast vergangen. "Auf den öffentlichen Radwegen liegen dermaßen viele Glasscherben, mir ist zum dritten Mal ein Reifen kaputt gegangen. Diesmal sogar Schlauch und Mantel", erzählte die verärgerte Bärbel Markert am Lesertelefon. Besonders schlimm sei es entlang der Ohre, auf dem Pfändegraben, die Hagenstraße entlang und auf dem Radweg Richtung Satuelle. "Warum setzt die Stadt nicht die kleine Kehrmaschine ein, um die Scherben zu beseitigen?" fragt unsere Leserin.

Lutz Zimmermann bringt Licht ins Dunkel der Zuständigkeiten. "Für die Reinigung der Gehwege sind die jeweiligen Anlieger verantwortlich. Und die haben dafür Sorge zu tragen, dass dort keine Scherben liegen", so der Stadt-Pressesprecher. Auch für kombinierte Geh- und Radwege seien die Anwohner in der (Räum)Pflicht.

"Gesondert ausgeschilderte Radwege und die Straßen selbst werden natürlich durch den jeweiligen Straßenbaulastträger gereinigt", so Zimmermann weiter. Das sei vielfach die Stadt, aber, zum Beispiel bei der Bülstringer Straße außerorts, auch der Landkreis. "Eine generelle Reinigung der Gehwege durch die Stadt würde zu einem Vielfachen an Reinigungsgebühren führen - und dies ist sicherlich nicht im Sinne der Bürger", nennt der Pressesprecher die Konsequenz einer möglichen Satzungs- und Verantwortungsänderung. Er bittet aber Bürger, die größere Verschmutzungen feststellen, auf kurzem Weg direkt den Stadthof zu informieren, "sodass bei akuter Gefahr für die Verkehrssicherheit auch außerhalb des regulären Planes gehandelt werden kann".

"Und das tun wir auch", bestätigt Axel Peter. Für ihn seien die Probleme mit Scherben nicht neu. "Auch wir bekommen diese Anrufe immer wieder", erzählt der Leiter des Stadthofs. Die Bereiche, die in seiner Zuständigkeit liegen, würden innerhalb des vorgeschriebenen Rhythmusses und, wenn nötig, auch darüberhinaus gekehrt. Dazu gehören laut Peter unter anderem der Bereich rund um den Friedhof, zwischen Gerike- und Magdeburger Straße, der Radweg Richtung Wedringen ab unterhalb des Burgwalls sowie in der Althaldensleber Straße die Anrampungen der Kanalbrücken. "Ich lasse die Kehrmaschine auch auf dem Aller-Elbe-Radweg vom Sportboothafen in Richtung Ziegelei fahren", zählt der Stadthofleiter weiter auf, wo er für Reinigung sorgt.

Allerdings stellt Peter auch deutlich fest, dass man auf kommunale Sitzungen dringen müsse. Und die besagen nun einmal, dass oftmals die Anlieger zuständig sind. "Wenn wir da mit der Kehrmaschine vorbeifahren, kann das schnell ins Gegenteil umschlagen, dass die Anlieger dann denken, sie müssten nicht mehr kehren."

Eine Nichteinhaltung der Straßenreinigungssatzung könne man auch mit einer Geldbuße ahnden. "Aber dafür muss man das natürlich immer wieder kontrollieren", erwähnt Peter in diesem Zusammenhang auch das Rechts- und Ordnungsamt. Wie Abteilungsleiterin Daniela Genz erklärt, sei man täglich mit der Stadtwache auf Kontrollgängen unterwegs. Dabei würde man auch ein Auge auf die Einhaltung der Reinigungspflicht werfen - und die Anlieger schriftlich mit einer Fristsetzung dazu auffordern, falls sie dieser nicht nachkommen.

Nähere Informationen zur Reinigungsklasse und Zuständigkeit der Straßen gibt es in der entsprechenden Satzung. Die findet sich auch im Internet.

www.stadt-haldensleben.de/satzungen/200712060945.pdf