Für die Wedringer Ortsumgehung B71n ist das Planfeststellungsverfahren beantragt worden. Damit ist das Vorhaben zwar wieder einen Schritt vorangekommen, doch die Wedringer werden auch noch in den nächsten Jahren mit dem starken Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustür leben müssen.

Haldensleben/Wedringen. Sehr viel Neuigkeiten enthielt die Informationsvorlage zur Ortsumgehung Wedringen, die Stadtbauamtsleiter Ralf Krupp-Aachen während der jüngsten Bauausschussitzung vorstellte, nicht wirklich. Doch zumindest mit der Mitteilung, dass das Bundesverkehrsministerium mittlerweile seinen "Gesehen"-Stempel unter die Planung für die B71n gesetzt habe und auf dieser Grundlage das Planfeststellungsverfahren beantragt worden sei, hatte Krupp-Aachen den aktuellen Stand des Vorhabens wiedergeben können.

Damit liegt das Projekt momentan voll im Zeitplan, den Andreas Boehle vom Landesbetrieb Bau (LBB) im Juni des vergangenen Jahres in Wedringen vorstellte. Für das Planfeststellungsverfahren ist mit einem Zeitraum von etwa 18 Monaten zu rechnen, machte der Stadtbauamtsleiter deutlich. Während der anschließenden Auslegung der Planung, können auch die Bürger ihre Einwände gegen das Bauvorhaben formulieren beziehungsweise Ergänzungen einbringen.

Mit Argusaugen werden die Wedringer dabei wohl auf die Querung der B71n und der Kreisstraße (K) 1158 (Althaldens-leben/B71) blicken. Denn laut Plan des Landesbaubetriebes soll die Umgehung über die Kreisstraße hinwegführen - an der Stelle, an der die B71n der Ortslage Wedringen am nahesten kommt. Dass in diesem Fall unbedingt Lärmschutzmaßnahmen erforderlich seien, ist im Bauausschuss mehr als deutlich geworden. Wegen der zu erwartenden Lärmbelästigung sei eine Unterführung zwar besser gewesen, doch angesichts des Baugrunds - der Knotenpunkt befindet sich unmittelbar im Überschwemmungsgebiet der Beber - wohl kaum realisiebar, schätzten die Ausschussmitglieder ein. Die Möglichkeit der Unterführung zieht der Landesbetrieb Bau dagegen im Bereich der Querung der B71 zwischen Wedringen und Vahldorf in Erwägung.

Die Wedringerin Sigrid Arnstedt bat darum, eventuelle Unwägbarkeiten so früh wie möglich auszuräumen und sprach insbesondere den Grundstückserwerb für die Ortsumgehung an. "Unsere Bürger sind ein bisschen müde geworden. Wir kämpfen ja schon seit fast 20 Jahren um die Umgehung. Daher wäre es schlimm, wenn sich das Vorhaben wegen solcher Sachen noch weiter verzögern würde", sagte sie.

"Wir haben in den vergangenen Jahren jede Möglichkeit genutzt, um Grundstücke, die im Trassenverlauf liegen, zu erwerben", erklärte Stadtdezernent Henning Konrad Otto dazu. "Sollte es wirklich massive Probleme geben, dann besteht im Ernstfall immer noch die Möglichkeit der Enteignung", machte er deutlich, dass unter Umständen auch durchaus radikale Methoden angewendet werden können, wenn Geld und gute Worte nicht fruchten.

Gebaut werden soll die B71n ab 2014, wenn der Zeitplan des LBB Bestand hat. Ab der Hamburger Straße (Otto-Kreuzung) in Haldensleben soll die insgesamt 4,8 Kilometer lange Strecke bis zum Haldensleber Ortsausgang zweispurig ausgebaut werden. Ab dort wird die Umgehung wieder einspurig mit Auf- und Abfahrten zur K1158 und der "alten" B71. Bis zum Knoten K1158 wird von Haldensleben aus ein neuer Radweg gebaut, ab dem Knoten wird der Radweg entlang der jetzigen B71 geführt. Zudem entstehen mit dem Bau der B71n sieben Brückenbauwerke.

Darüber hinaus sieht die Haldensleber Bauverwaltung keine Auswirkungen der Bürgerproteste in Vahldorf gegen die B71n auf den Wedringer Abschnitt. Beide Ortsumgehungen seien unabhängig voneinander zu betrachten, hieß es in diesem Zusammenhang.

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