Mit dem 1. Juli dieses Jahres gibt es keinen verpflichtenden, sondern nur noch einen freiwilligen Wehrdienst. Um Jugendlichen ein genaueres Bild über Aufgaben und Karrierechancen bei der Bundeswehr zu geben, besuchten kürzlich Oberleutnant Karsten Kleine und Hauptmann Andreas Ullrich die Liebknecht-Sekundarschule.

Haldensleben. Mit dem Thema Bundeswehr hatte Steffi Reinhardt etwas gefunden, das bei den 7. und 9. Klassen der Liebknecht-Sekundarschule auf breites Interesse stieß. Deshalb lud die Förderschullehrerin kürzlich zwei Mitarbeiter der Bundeswehr ein, die ihre Schüler über die freiwillige Wehrpflicht, Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten bei der Bundeswehr und ganz besonders über Einsätze im Ausland informierten. "Wir wollen mit den 7. Klassen im Juni auf den Truppenübungsplatz - die 9. Klassen waren schon im Rahmen des Girls Day dort", nannte Steffi Reinhardt weitere Gründe für den Besuch der beiden Soldaten.

Als Hauptmann Andreas Ullrich von seinem Afghanistan-Einsatz berichtete, hörten die Mädchen und Jungen nicht nur interessiert zu. Sie stellten auch zahlreiche Fragen über das Leben vor Ort. Ullrich hatte seine vier Monate im Feldlager in Pol-e Khumri mit Fotos und Videos dokumentiert. Er gehörte zum Versorgungstrupp, war deshalb auch oft mit dem Fahrzeug im Land unterwegs. "Man hat nur wenig Zeit, zu entscheiden, wer Freund oder Feind ist", erzählte er seine Erfahrungen. Dennoch wären die meisten Afghanen sehr nett zu ihnen gewesen. "Nur ein Prozent der Leute dort macht Ärger." Deshalb sollte man sich vor einem Auslandseinsatz auch damit beschäftigen, dass man sich in Gefahr begibt. "Das da unten ist kein Übungsplatz, das ist Realität, blutiger Ernst", stellte Ullrich klar.

Wer sich für den Auslands-einsatz entscheidet, bekäme natürlich eine entsprechende Vergütung. Die sollte aber nicht der entscheidende Grund sein, sich für den Auslandseinsatz zu melden.

Dass es auch in Deutschland viele Einsatzorte und diverse Ausbildungsmöglichkeiten beim Arbeitgeber Bundeswehr gibt, darüber informierte Oberstleutnant Karsten Kleine von der Wehrdienstberatung Magdeburg. Zusätzlich zu den etwa 15000 Zeitsoldaten bräuchte man jährlich 12000 freiwillig Wehrdienstleistende. Und das können, so erklärte es Kleine an der Liebknecht-Schule, ab 1. Juli gerne auch Frauen sein, die sich für 12 bis 23 Monate verpflichten.