Das Thema Osterfeuer sorgt in der Stadt für Diskussionen. Angesichts der ausgerufenen Waldbrandwarnstufe 3 waren durch die Stadt die angemeldeten Osterfeuer kurzfristig untersagt worden. Einige Feuer fielen auch aus, andere brannten jedoch trotzdem. In die Kritik geraten ist unter anderen das Osterfeuer im Landschaftspark Althaldensleben. Hier wurde gar Anzeige gegen Parkverwalter und Feuer-Organisator Dr. Harald Blanke gestellt. Polizei sowie Naturschutz- und Abfallbehörde des Landkreises waren gestern vor Ort. Ergebnis: kein Handlungsbedarf.

Haldensleben. 25 Osterfeuer waren zu den Feiertagen in der Stadt und den Ortsteilen angemeldet gewesen. Als für Karfreitag die Waldbrandwarnstufe 3 ausgerufen worden war, reagierte die Stadtverwaltung und wies auf die Auflagen in den Genehmigungen hin: kein Abbrennen von Osterfeuern bei Warnstufe 3. Für Irritationen sorgte, ob auch die großen, öffentlichen Osterfeuer der Vereine davon betroffen seien. Sie waren es. Während die Schützengilde, der Integrative Sportverein (ISV) Althaldensleben und auch die "Flora" ihre Veranstaltungen kurzfristig absagten, brannten Ostersonnabend trotzdem ein paar Osterfeuer. Darunter auch das des Vereins Kultur-Landschaft im Landschaftspark Althaldensleben.

Stadtsprecher Lutz Zimmermann in einer Stellungnahme der Stadt dazu: "Für dieses Feuer hatte der Verein eine Genehmigung des Landkreises, die eine entsprechende Regelung bei Waldbrandgefahr nicht vorsieht." Parkverwalter und Feuer-Organisator Dr. Harald Blanke bestätigte, dass er eine Genehmigung vom Landkreis für den Ort der Veranstaltung hatte. "Laut dieser Genehmigung mussten wir die Durchführung noch beim Ordnungsamt der Stadt anzeigen, was wir auch getan haben. Von Seiten der Stadt gab es keine Beauflagung", erklärte Dr. Blanke auf Nachfrage. Entsprechend habe die Veranstaltung auch stattgefunden.

"Mit so einer rasanten Brandentwicklung hatten wir nicht gerechnet"

Regina Blenkle, Fraktionsvorsitzende der Stadtratsfraktion Freie Wähler/pro Althaldensleben, sieht beim Thema Osterfeuer einigen Gesprächsbedarf. In einem Schreiben an Bürgermeister Norbert Eichler bittet sie darum, zur nächsten Sitzung des Hauptausschusses das Thema Osterfeuer mit auf die Tagesordnung zu setzen. "Aus gegebenem Anlass", wie sie schreibt. Als "sinnvoll" würde sie empfinden, wenn dazu auch die Vertreter des Vereins Kultur-Landschaft, Dr. Blanke sowie ein Vertreter der Feuerwehr geladen würden, schreibt die Stadträtin.

Harsche Kritik am Feuer im Landschaftspark übt Pro-Althaldensleben-Stadtrat Hartmut Neumann. "Durch das Feuer hat es extreme Beschädigungen im Landschaftspark gegeben. Der Haufen, der da angesteckt wurde, war viel zu groß. Darauf hatte ich schon mehrfach in der Stadtverwaltung und in Ausschüssen hingewiesen, aber niemand hat reagiert. Das war ein gewaltiges Feuer mit riesiger Hitze", beschrieb Neumann am Dienstag.

Durch die Hitze seien sechs vor kurzem erst gepflanzte junge Bäume beschädigt worden, drei davon schwer. Auch eine Hecke sei auf einer Länge von etwa 30 Metern versengt worden. Neumann: "Das sieht grausam aus. Ich kann nicht verstehen, dass das Feuer trotz der Warnungen angesteckt wurde. Und was da auch alles drin lag: riesige Baumstämme, die auch Tage nach dem Feuer noch vor sich hinglimmten, weil sie viel zu groß waren. Ich habe nichts gegen Osterfeuer, ich habe selbst viele Jahre das Osterfeuer dort organisiert. Aber das hier war kein Osterfeuer, sondern ein gigantischer Abfallhaufen", kritisierte Hartmut Neumann. Und weiter monierte er, dass bereits im vergangenen Jahr damit begonnen worden war, am Osterfeuerplatz Holz anzuhäufen und der Berg wuchs und wuchs. "Und der Haufen ist nicht umgeschichtet worden. Das war schon ein kleines Paradies für Tiere", so der Althaldensleber.

"Das Feuer war in der Tat zu groß. Da bin ich mit Herrn Neumann einer Meinung. 50 Prozent des Holzes war gar nicht von uns. Viele haben da ihr Zeug mit draufgepackt. Damit hatten wir immer schon unsere Probleme, das können wir nicht dauernd kontrollieren. Aus diesem Grund hatten wir uns bereits im Vorfeld entschieden, dass es das letzte Osterfeuer in unserer Regie sein sollte", sagte Dr. Blanke im Gespräch mit der Volksstimme auf die Kritik Neumanns. Allerdings wies der Parkverwalter den Vorwurf zurück, dass der Holzberg vor dem Anstecken nicht umgeschichtet worden sei. Erst am Gründonnerstag sei nochmals per Bagger umgeschichtet worden. Und was den "Abfallhaufen" betreffe, so erklärte der Parkverwalter: "Wir haben sehr wohl darauf geachtet, was dort alles abgeladen worden war. Ich selbst habe da noch einen Swimmingpool aus dem Haufen gezogen, den da jemand entsorgt hatte."

Korrekt sei, dass es durch das Feuer Schäden gegeben habe. "Das Holz war so trocken, dass das Kleinzeug beim Anstecken sofort brannte und innerhalb von zehn Minuten der ganze Haufen in Brand stand. Mit so einer rasanten Brandentwicklung hatten wir nicht gerechnet. In dieser ersten Zeit hat die Hitze den Jungtrieb der Obstbäume weggebrannt. Wie sich der Schaden darstellt, ob die Bäume ausgetauscht werden müssen, oder ob sie nochmals austreiben, müssen wir abwarten. Das ist eine Sache, die ich selbst sehr bedaure", erklärte der Parkverwalter.

Gestern früh nahm die Thematik eine neue Dimension an. Gegen Dr. Blanke war bei mehreren Stellen Anzeige erstattet worden. Am Vormittag bekam der Parkverwalter Besuch von der Polizei sowie von der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Abfallbehörde des Landkreises. Geprüft werden sollte durch die Behörden und Ämter, ob hier eine Straftat vorliegt.

"Wir haben uns alles vor Ort angesehen und entsprechend besprochen. Ergebnis war, dass alle Behörden keinen Handlungsbedarf sehen", sagte Dr. Blanke nach dem Prüfungstermin. Die Polizei bestätigte, dass sie keinen Straftatbestand habe feststellen können. Auch keine Ordnungswidrigkeit.