Kunst, mit der man auch spielen kann - das war das Ziel eines Wettbewerbes, den der Verein zur Förderung der Kultur- und Denkmalpflege initiiert hat. Hintergrund ist, dass etwas für Kinder in der Fußgängerzone errichtet werden soll. Doch "schnöde" Spielgeräte aus dem Katalog sollten es nicht sein. Fünf Künstler haben sich am Wettbewerb beteiligt. Aus sieben Modellen wählte eine Jury ein Geräusch-Memory für den Postplatz. Ob das Projekt auch umgesetzt werden kann, hängt von der Finanzierung ab.

Haldensleben. In der Fußgängerzone soll ein neues Spielgerät für Kinder aufgebaut werden. Als mögliche Standorte sind der Postplatz und die Hagenstraße Nähe Maschenpromenade vorgesehen. Doch als die Mitarbeiter des städtischen Bauamtes in einschlägigen Katalogen wälzten, fand sich nichts Ansprechendes, das sich harmonisch in die Meile einfügt. Da kam das Angebot der Kunststiftung Sachsen-Anhalts, einen Kunstwettbewerb zu finanzieren, gerade recht. Die Idee zum Wettbewerb "Bespielbare Kunst" war geboren, den der Verein zur Förderung der Kultur- und Denkmalpflege aufrief.

15 Künstler meldeten Interesse an, 5 kamen in die engere Auswahl. Sie durften bis zu zwei Modelle einreichen. Am Donnerstag sah sich eine neunköpfige Jury gemeinsam mit der freien Kuratorin Amanda Hasenfusz die Werke an. In der Jury waren neben Vertretern des Vereins und der Stadtverwaltung auch Designer, Karin Schmidt-Ruhland, Professorin für Spiel- und Lerndesign an der Hallenser Kunsthochschule Burg Giebichen- stein sowie eine Vertreterin der Unfallkasse.

Modell für Modell nahm sich die Jury sehr genau vor. Kuratorin Hasenfusz stellte die Künstler, ihr Werk und die Gedanken der Künstler vor. "Ich bin angenehm überrascht, wie unterschiedlich die Künstler an das Projekt herangegangen sind", stellte Dezernent Henning Konrad Otto fest. Die Künstler hatten sich teils sehr genau mit der Geschichte Haldenslebens beschäftigt. Dazu hatten die Künstler die Kreisstadt auch besucht.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs konnten sich allesamt sehen lassen. Von einer opulenten Postkutsche samt Rutsche, die wohl jedes Mädchenherz höher schlagen ließe, über ein klingendes Karussel bis hin zu erkletterbaren Holzfiguren und einem Geräusch-Memory reichte die Ideenpalette der Künstler.

Ausstellung im Rathaus

Mehrere Stunden nahm sich die Jury Zeit, sich alles genauestens anzusehen und es auf Alltagstauglichkeit, Kinderfreundlichkeit und den künstlerischen Ansatz zu prüfen. Am Ende hatte das Modell des Geräusch-Memory des Hallenser Künstlers Gisbert Baarmann die Nase vorn. Seine Idee: Auf dem Postplatz werden bunte Quadrate verlegt, die wie die Spielkarten beim Memory fungieren. Sinn des Spiels ist es, passende Geräuschpaare zu finden. Ist ein passendes Paar gefunden, wird dies an einer Säule optisch angezeigt. Die Geräusche (Naturtöne, Wissenswertes oder auch Skurriles) ließen sich zudem immer wieder austauschen, so dass das Spiel auch nach Monaten oder Jahren keine Langeweile aufkommen ließe.

Die Jury bescheinigte diesem Modell einen hohen künstlerischen Wert. Außerdem füge es sich sehr gut in das Gesamtgefüge des Postplatzes ein. Der interaktive Spielwert spreche zudem alle Generationen an, außerdem ergänze die Spielidee den bereits bestehenden Stadtrundgang (Rolli-Runde) für Kinder in idealer Weise.

Ob dieses Projekt auch tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, steht indes noch nicht fest. Das hängt davon ab, ob es dafür Fördermittel gibt. Die Kunststiftung hat zwar eine 50-prozentige Förderung in Aussicht gestellt, definitiv ist es aber noch nicht. Hinzu komme, dass auch die Eigenmittel der Stadt da sein müssen, erklärte Kulturamtsleiterin Renate Schmidt.

Der Wettbewerb ist abgeschlossen, die Exponate können sich Interessierte vom 5. bis zum 27. Mai in der Rathausgalerie genauer ansehen.

   

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