Die marode Trauerhalle auf dem Rätzlinger Friedhof soll vergrößert und modernisiert werden. Doch das Geld für die Baumaßnahme fehlt. Eine Bürgerinitiative gründete sich, um das Vorhaben voranzubringen und Spendengelder zu sammeln. Das Besondere ist, dass die örtlichen Bauunternehmen sich bereit erklärten, entsprechend ihrer Möglichkeiten, Initiative zu ergreifen, um den Trauerhallenanbau zu verwirklichen.

Rätzlingen. "Die Baugenehmigung liegt seit heute vor", verkündete Planer Uwe Müller bei der Sitzung des Ortschaftsrates am Donnerstagabend. "Was noch von meiner Seite her gemacht werden muss, ist die statische Berechnung, die vor Baubeginn noch vorliegen muss", sagte der Planer und blickte voraus: "Außerdem müssen wir die Preise für das Material einholen, um genau sagen zu können, welches Gewerk wieviel kostet. Wenn das geschehen ist, könnte auch kurzfristig mit dem Bau begonnen werden."

Uwe Dietz vom Bauamt der Stadt Oebisfelde-Weferlingen erläuterte verschiedene Varianten eines Vergabeverfahrens: "Auf jeden Fall müssen Angebote eingeholt werden. Wir können uns dabei auch auf Teilbereiche des Bauwerks beschränken. Wir müssen nur wissen, was der Ortschaftsrat da genau vor hat, beziehungsweise wie die Unternehmer der Region zum Vorhaben stehen."

Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens erklärte: "Im vergangenen Jahr hatten wir einen Vororttermin auf dem Friedhof mit einheimischen Unternehmen, die sich bereit erklärten, das Trauenhallenprojekt nach ihren Möglichkeiten - als eine Art Sponsoring - zu unterstützen."

Haushaltsmittel sind in Höhe von etwa 30 000 Euro zum größten Teil für Material, das verbaut werden kann, eingeplant. Außerdem sammeln die Mitglieder der Bürgerinitiative "Trauerhalle Rätzlingen" weiter Spendengelder.

Vor Ort ansehen wollen sich die Experten noch die Stümpfe der Bäume, die wegen der Vergrößerung der Halle gefällt werden mussten. "Das Beste wird wohl sein, die Stümpfe nicht nur abzufräsen, sondern ganz rauszunehmen. Wenn das Holz später verfault, entstehen Hohlräume und das Fundament würde absacken", sagte Ortschaftsrat Edwin Wietig.

Bis Ende Mai sollen alle Formalitäten und Vorbereitungen erledigt sein. "Im Juni oder Juli könnte mit der Ausführung begonnen werden", waren sich die Ortschaftsräte einig. "Was lange währt, wird gut", meinte Bürgermeister Behrens voller Zuversicht.

Brigitte Dobbelmann von der Bürgerinitiative freute sich über die guten Nachrichten aus dem Ortschaftsrat. Sie ruft die Rätzlinger zu weiteren Spenden auf.

Wer den Trauerhallenbau finanziell unterstützen möchte, kann Geld auf das Konto der Stadt Oebisfelde-Weferlingen mit dem Überweisungszweck "Friedhofskapelle Rätzlingen" mit der Nummer 3200 000 049 bei der Kreissparkasse Börde mit der BLZ 810 550 00 überweisen.