Eine Biogasanlage soll im Gewerbegebiet "Wahrberg I" in Rätzlingen gebaut werden. Die Mitglieder des Ortschaftsrates Rätzlingen stimmten einer Änderung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die im Rahmen des Bauprojektes festgesetzt wurden, zu. Eine Baugenehmigung wurde noch nicht erteilt.

Rätzlingen. Der aktuelle Stand zum geplanten Bau einer Biogasanlage und einer Biogasaufbereitungsanlage war Thema der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Rätzlingen. Beabsichtigt wird, im Bereich des ehemaligen Trocknungswerkes eine Biogasanlage mit einer Leistung von bis 2,8 Megawatt - einschließlich aller Nebenanlagen - zu errichten. Die Gemeinde Rätzlingen wurde im August 2009 über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt. Der vom Vorhaben betroffene Bereich ist teilweise durch den Bebauungsplan ,Wahrberg I\' mit Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen rechtsverbindlich überplant. Vertreter des Gemeinderates Rätzlingen besichtigten eine vergleichbare Biogasanlage, um unter anderem die Auswirkungen auf das Umfeld einer Biogasanlage bewerten zu können.

Darüber hinaus wurde am 19. November 2009 durch die Betreibergesellschaft in Rätzlingen eine öffentliche Informationsveranstaltung über das Vorhaben durchgeführt. Über das Für und Wider der Anlage gab es damals eine rege Diskussion. Während einige Landwirte die Biogasanlage als zweites Standbein für ihr Unternehmen sehen, haben Einwohner so ihre Bedenken, dass es zu Geruchsbelästigungen kommen könnte und der Wert ihrer Grundstücke sinken würde.

"Wir haben den Bauantrag im November 2010 im Rat auf den Tisch bekommen und uns beraten. Wir haben auf Dinge, wie zum Beispiel die störende Zuwegung, hingewiesen", blickte Rätzlingens Ortsbürgermeister Wilhelm Behrens bei der jüngsten Sitzung zurück und erklärte: "Auf dem Gelände ist laut Bebauungsplan eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme, die jetzt geändert werden soll, vorgesehen."

Zu den vorgeschriebenen Maßnahmen gehört ein begrünter Erdwall, der die Sicht auf die Anlage verdecken soll. Die Lage des Walls wurde nachträglich noch einmal um etwa 150 Meter in Richtung Ort - westlich der Biogasanlage - geändert. "Das Landesverwaltungsamt hat festgelegt, dass der Antrag mit der Änderung der Ersatzmaßnahme noch einmal neu gestellt werden musste", beschrieb der Bürgermeister. Um die Örtlichkeiten zu erläutern, hatte Uwe Dietz, Mitarbeiter des Bauamtes der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, Baupläne mit den Flächen für die festgesetzten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen mitgebracht. "Die Belieferung der Anlage soll ausschließlich über die angrenzende Kreisstraße erfolgen", erklärte der Bauamtsmitarbeiter.

Ortschaftsrat Jörg Lauenroth-Mago fragte nach, wer denn als Person eigentlich hinter dem Bauvorhaben steckt. "Der geschäftsführende Gesellschafter ist Jürgen Roland, der in Everingen einen Landwirtschaftsbetrieb führt. Roland war Ende des Jahres zur Sitzung eingeladen, hatte aber damals wegen Eisglätte abgesagt", erinnerte sich Behrens und erklärte: "Die Firma nennt sich Biogas-Raffinerie Rätzlingen GmbH."

Der Ortschaftsrat stimmte der Änderung der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu. "Die Baugenehmigung ist damit jedoch noch nicht erteilt", betonte Uwe Dietz.