378 Kopfsalate, 172 Gurken, 759 Kilogramm Kartoffeln - das ist nicht etwa der Einkaufszettel eines Elefantendompteurs für seine Tiere, sondern ein Teil der 2010er Ernte der Haldensleber Tafelgärten. Im Jahr 2008 mit drei Parzellen gestartet, hat sich das Projekt flächenmäßig immer weiter vergrößert. Beim Personal allerdings ist kein Zuwachs zu verzeichnen.

Haldensleben. Vor gut einer Woche hat Klaus-Jürgen Vogel eine ganze Kiste voller Sämereien entgegengenommen. Diese Spende von Gartenmarkt-Chef Jörg Appel ist mittlerweile schon in die Erde eingebracht. Darum gekümmert haben sich die vier Männer und zwei Frauen, die seit dem Vorjahr als Ein-Euro-Jobber im Projekt "Tafelgarten" arbeiten.

Angefangen hat alles im Jahr 2008. In der Althaldensleber Kleingartensparte "Friedenskolonie" wollte man den Leerstand bekämpfen und dabei Gutes tun. So kam man auf die Idee, unverpachtete Parzellen für die Bewirtschaftung durch Ein-Euro-Kräfte zur Verfügung zu stellen. Alles, was dort angebaut und geerntet wurde, sollte der Tafel des Deutschen Roten Kreuzes und damit den Bedürftigen aus der Stadt Haldensleben zugutekommen. "Im ersten Durchgang haben wir versucht, zum großen Teil Leute aus unserer Anlage in diese Maßnahme zu bringen", erinnert sich Vogel, der selbst zur ersten Garde gehörte.

Mittlerweile hat der Vorsitzende der Gartensparte andere Arbeit gefunden. Die "Tafelgärten" bleiben für ihn aber Herzensangelegenheit. Aus den ursprünglich drei Parzellen mit 2500 Quadratmetern wurden 2010 fünf Gärten mit einer Gesamtfläche von 5000 Quadratmetern. Gab es zu Beginn des Vorjahres noch zehn Ein-Euro-Kräfte in dieser Maßnahme, sind es seitdem nur noch sechs. "Deswegen können wir die Fläche nicht noch weiter vergrößern. Die Männer und Frauen haben genug mit der Bewirtschaftung des Bestandes zu tun", weiß Vogel. Nachdem man die "Tafelgärten", die teilweise zehn Jahre oder länger leergestanden hatten, urbar gemacht hat, sind diese nun gut gepflegt. Die Ein-Euro-Jobber bestellen die Felder, säen aus, kümmern sich um Pflege und Ernte. Sechs Stunden ist jeder der Arbeiter von montags bis freitags in der Friedenskolonie anzutreffen.

Auch wenn in diesem Jahr keine Vergrößerung der "Tafelgärten" ansteht, hat Klaus-Jürgen Vogel doch eine gute Nachricht zu vermelden: Die Arbeitskräfte, die derzeit im Einsatz sind, werden eventuell länger als nur ein Jahr in der Friedenskolonie beschäftigt sein. "Sie gehören zur Maßnahme ¿50plus - aktiv zur Rente\' und haben die Option auf Verlängerung bis 31. März 2013", erklärt der Spartenvorsitzende. Er freut sich über den Erfolg des Projektes, das auch von den anderen Gärtnern aus seiner Sparte gut angenommen wird. So hat beispielsweise Dieter Ortmann 300 Spargelpflanzen gesponsert. Die kommen aber erst 2013 auf die Ernteliste.