Der Anglerverein "Oberes Allertal" hat es sich auf die Fahnen geschrieben, ehemalige Fischarten wieder einzubürgern und den ökologischen Zustand der Gewässer zu verbessern. Am Sonnabend wurde nach intensiver Vorbereitung begonnen.

Bartensleben. 250 Lachse, ein bis zwei Jahre alt, haben die Mitglieder des Anglervereins "Oberes Allertal" am Sonnabend in den Förstergraben eingesetzt. Für dieses Vorhaben, dass die Angelfreunde aus Groß Bartensleben und Umgebung lange Zeit vorbereitet hatten, gab es finanzielle Unterstützung aus einem Förderprogramm anlässlich "10 Jahre Eon Avacon - Förderpakete für die Region".

Damit haben die Angler einen ersten Schritt getan für eine ganze Reihe weiterer Schritte. Denn ihr Ziel ist die Renaturierung und Revitalisierung der Oberen Aller und ihrer Nebengewässer wie dem Förstergraben.

Die Lachse sind neben Elritze und Bachforelle eine der Fischarten, die hier einst ganz selbstverständlich ihr Lebensumfeld hatten", beschreibt Angelfreund Helmut Zerrath.

Nachdem sich die Wasserqualität stark verbessert hat, fehle noch der einstige Artenreichtum. Lachse stünden für einen intakten Gewässerlebensraum. Zwischen Walbeck und Alleringersleben bieten zahlreiche Nebenflüsse wieder gute Lebensräume für die Tiere. Parallel dazu streben die Angelfreunde jedoch weitere Strukturverbesserungsmaßnahmen an.

"Wir möchten uns ausdrücklich für die Unterstützung von Bürgermeister Klaus Busse und dem Ortsbeauftragten Burkhard Kuthe bedanken", sagte Vereinsvorsitzender Karl-Werner Urban.

Während der Fischbesatz jedoch nur die eine Seite des umfangreichen Vorhabens der Naturfreunde darstellt, geht es ihnen vor allem auch um eine Verbesserung des ökologischen Zustandes der Aller und ihrer Nebenarme. Zu den nächsten Aufgaben zählen die Einbringung von Kies als Laichsubstrat für Fische und die Verbesserung der Strukturgüte, Bepflanzungsmaßnahmen zur Beschattung der Gewässerstreifen und zur Verbesserung des Temperaturhaushaltes sowie der Gewässerchemie.

Die jungen Lachse erhielten die Angelfreunde von der Aller-Oker-Lachs-Gemeinschaft, in der sie seit Jahresbeginn selbst Mitglied sind.

Doch für die anderen Maßnahmen reichen die Fördergelder in Höhe von 400 Euro noch längst nicht aus. Deshalb erhoffen sich die Angelfreunde weitere Unterstützung finanzieller und materieller Art. "Wir suchen Sponsoren, die unsere Arbeiten unterstützen wollen", sagt Helmut Zerrath. Beim niedersächsischen Nachbarn konnten die Angler bereits viele Freunde gewinnen, die ihre Hege- und Pflegemaßnahmen mit Spenden voranbrachten. Dort gebe es sogar bereits die ersten Rückkehrer unter den Lachsen. Denn die Lachse ziehen in den ersten vier Lebensjahren in den Atlantik bis vor Grönland, fressen sich dort mit Heringen voll, um dann zum Laichen stromaufwärts in ihre Heimatgewässer zurückzukehren. Ähnliche Erfolge erhoffen sich die Allertal-Angler nun auch in Sachsen-Anhalt.

Bürgermeister Klaus Busse wünschte den Anglern viel Glück bei ihrem ehrgeizigen Vorhaben und stets die Unterstützung, die der Verein braucht.

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