Die Vereinslandschaft der Stadt wird ab sofort durch den neu gegründeten Zusammenschluss "Freunde der Stadt- und Kreisbibliothek Haldensleben e.V." bereichert. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bibliothek bei der Durchführung von Veranstaltungen zu unterstützen und neue Impulse für die Ausgestaltung ihres kulturellen und bildungspolitischen Auftrags zu geben.

Haldensleben. Die Bibliothek in der Kulturfabrik ist für Leseratten mehr als nur ihr "Tempel", in dem sie sich mit neuen Büchern eindecken können. Sie ist vielmehr auch Veranstaltungsort, lädt regelmäßig zu Lesungen für alle Generationen oder speziellen Angeboten für Kinder ein.

Vom Hauptträger, der Stadt, und dem Landkreis würde man finanziell "immer gut unterstützt", wie Leiterin Angelika Ermel betont. Da könne man sich nicht beschweren. Dennoch hat sie zusammen mit ihrer Vorgängerin und den Mitarbeiterinnen schon länger darüber nachgedacht, eine Art Förderverein für ihre Einrichtung zu gründen.

Dieser könnte dann in Ergänzung zu den bisherigen Angeboten weitere Nischen besetzen, "zum Beispiel regelmäßige Treffen literarisch Interessierter oder Buchbesprechungen organisieren", nennt Angelika Ermel mögliche Arbeitsfelder. Ihren Aussagen zufolge stünde der finanzielle Aspekt bei diesem Verein nicht im Vordergrund. Zwar wolle man natürlich auch Spenden einwerben, aber Hauptaugenmerk sei die logistische Unterstützung des Bibliotheksteams.

"Ein Bücherflohmarkt wäre zum Beispiel auch ein klassisches Einsatzfeld für uns", ergänzt Erdmute Hieber. Sie leitete die Bibliothek von 1974 bis 2006 und hat nun den Vorsitz des Vereins übernommen. Hildburg Böcker, ebenfalls Diplom-Bibliothekarin und ehemalige Mitarbeiterin, steht ihr als Stellvertreterin zur Seite. Die Finanzen des Vereins verwaltet Edelgard Bethge, Rosemarie Heyden fungiert als Kassenprüferin. Angelika Ermel selbst steht den Frauen als beratendes Mitglied bei. Der Vereinsvorstand liegt somit in fachkundigen Händen, haben doch alle Mitglieder in ihrem bisherigen oder aktuellen Arbeitsleben mit der Bibliothek zu tun.

Nun würden sich die Frauen über breite Unterstützung aus der Bevölkerung freuen. "Wir hoffen, dass sich viele Interessierte melden, dem Verein beitreten und ihre Ideen einbringen", erklärt Erdmute Hieber. Die Grundlage dafür sei durch die Vereinsgründung schon geschaffen. Wer Mitglied werden will, zahlt dafür fünf Euro Mindestbeitrag pro Jahr. "Das ist eher ein symbolischer Beitrag, man kann auch gerne mehr geben", erklärt Angelika Ermel schmunzelnd.

Einen konkreten Termin für ein Arbeitstreffen gibt es noch nicht. Man wolle den erst festlegen, wenn man weiß, wie viele Interessierte mitmachen. Die Vorstandsmitglieder haben dagegen ihren ersten Einsatz schon im Kalender stehen. Am Sonnabend, dem 21. Mai, findet in der Kulturfabrik zwischen 10 und 14 Uhr ein "Tag der offenen Kulturtür" statt. Dieses Datum wurde von der Unesco zum Welttag der kulturellen Vielfalt erklärt und soll ein Zeichen zu deren Schutz und Förderung setzen. Neben musikalischen Darbietungen, einer Ausstellung und einer Bastelstraße, gibt es an diesem Tag auch einen Bücherflohmarkt. Und der wird - so wie man es sich theoretisch ausgemalt hatte - von den Frauen des Fördervereins durchgeführt.