Der Winter hat den Waldbeständen im Bereich des Betreuungsforstamtes Flechtingen arg zugesetzt. Nach der Bestandsaufnahme durch die Forstfachleute hat die Schadenbeseitigung begonnen. Doch trotz schwerer Technik dauert das Aufräumen noch bis in den Herbst hinein, schätzt Forstamtsleiter Hubertus Hlawatsch.

Haldensleben/Flechtingen. Der Winter mit seinen Schneemassen, der Kälte und Eisregen hat dem Wald rings um Haldensleben schwer zu schaffen gemacht. Ganze Schneisen der Verwüstung hat er hinterlassen. "Es ist zu sehen, dass insbesondere die jüngeren Bestände eingebrochen sind", sagt Hubertus Hlawatsch, Leiter des Betreuungsforstamtes Flechtingen im Landeszentrum Wald. Noch am Heiligen Abend habe er voller Unruhe einen Rundgang im Wald unternommen und es dabei überall vor Kälte und Eis krachen gehört, berichtet er aus der Erinnerung.

Riesige Flächen, zumeist Kiefernbestände, die typisch sind für die waldreiche Gegend zwischen Altmark und Börde, sind von den Schäden betroffen - so auch der Wald rund um Haldensleben, Flechtingen, Klüden und Zobbenitz. Der Schwerpunkt der Schäden in der mittleren Altmark sei mit Kiefern bestanden. Weiter südlich gebe es weniger davon, deshalb seien dort die Schäden auch nicht so groß gewesen, weiß der Fachmann, dessen Verantwortungsbereich bis in den Harz hineinreicht. Dort habe es im vergangenen Jahr größere Schäden gegeben, die in Altmark und Börde nicht so gravierend ausfielen.

Nach dem langen und harten Winter haben die Forstleute eine Bestandsaufnahme gemacht und schon vor Wochen begann das große Aufräumen. Die Revierförster waren im Dauereinsatz, um zu kennzeichnen, was nicht mehr erhalten werden kann. Nun sind beauftragte Unternehmen mit schweren Gerätschaften wie Harvestern und Rückern im Einsatz, um den Bruch aus den Beständen herauszuholen. "Unser Ziel ist es, die Schwerpunkte, also die großen, geschädigten Flächen bis zum Jahresende abzuarbeiten", so Hubertus Hlawatsch. Der Rest, so sei es geplant, soll bis zum Beginn der nächsten Vegetationsperiode aus dem Wald heraus sein.

Rund 30 Prozent der Flächen, die vom Winter hart getroffen worden sind, konnten bereits bearbeitet und aus dem Wald herausgeholt werden. Das entspricht in etwa 40000 Festmetern, rund ein Drittel des geschädigten Bestandes. Die Männer auf den riesigen Maschinen arbeiten tagsüber ohne Pause im Schichtwechsel. Eile ist gleich aus mehreren Gründen geboten. Zum einen soll die Abarbeitung den Wald schützen, da Käfer in den gefallenen Beständen besonders gute Vermehrungsbedingungen vorfinden würden. Zum anderen wollen die Waldexperten natürlich auch so schnell wie möglich mit der Wiederaufforstung der Flächen beginnen. Im Herbst sollen Kiefern, Douglasien, Küstentannen und einige Laubgehölze gesetzt werden.

Zum Glück ist der Holzmarkt in der Region ein dankbarer Abnehmer. Ob als Möbelholz oder zur Verarbeitung in Säge- und Zellstoffwerken - der nachwachsende Rohstoff werde immer benötigt, erklärt der Forstoberrat vor einem riesigen Holzstapel im Haldensleber Stadtwald, der bereits mit dem Signet des Käufers versehen ist. Länger als ein, höchstens zwei Wochen liegen die Stämme nicht, bis sie abgeholt werden. "Wir bitten Waldbesucher um Verständnis, dass es gerade jetzt doch zu Maschinenlärm und auch ausgefahrenen Wegen kommt", sagt Hubertus Hlawatsch. Ruhe und Entspannung kann der Spaziergänger oder Läufer trotzdem noch finden, ist er sich sicher. Und die Maßnahmen seien schließlich notwendig, um die Nachhaltigkeit des Rohstoffes Holz auch für die kommenden Jahre und Jahrzehnte wieder auf Vordermann zu bringen.

 

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