Althaldensleben. Schon weit vor Baubeginn sollten für die Umgestaltung des Lindenplatzes in Althaldensleben die Bürger mit ins Boot genommen werden. Dutzende von ihnen folgten am Montagabend einer Einladung in das Innovationszentrum. Unter Moderation des Innenstadtmanagers Holger Scheibig hatten sie die Möglichkeit, ihre Wünsche und Ideen für die Gestaltung und die künftige Nutzung zu äußern.

"Ich bin nicht der Planer", stellte Holger Scheibig gleich klar, bevor es in die Diskussion ging. Der Landschaftsplaner habe zwar schon einen Vorentwurf für die künftige Gestaltung gemacht, aber es stehe noch nichts fest.

Viele Diskussionsbeiträge rankten sich um die Linden, die seit etwa 100 Jahren dort stehen. Doch sie gingen auch weit auseinander. Während die einen dem Baumgutachten nur wenig trauten und meinten, dass die Bäume nicht weggenommen, sondern nur stark beschnitten werden sollten, konnten sich andere auch mit einer Neuanpflanzung anfreunden. Das Baumgutachten bescheinigte, dass von den 45 Linden 38 so schadhaft sind, dass sie gefällt werden müssen.

Hartmut Neumann erinnerte an die Geschichte des Platzes. Bis 1910 sei es die sogenannte "Halde" gewesen. Hier sei Sand gefördert worden, ehe das Loch mit Schutt der Keramischen Werke und ein bisschen Muttererde aufgefüllt worden ist. Seiner Meinung nach müssten die Linden erneuert werden, vorher sei ein Bodengutachten notwendig.

Früher mal Fußballplatz

Die Geschichte spielte auch eine Rolle, als dafür plädiert wurde, die Freifläche so groß wie möglich zu gestalten. Wurde doch der Platz früher unter anderem als Festplatz, Fußballplatz oder Weideplatz genutzt. Auch dass der Springbrunnen, der seit Jahren desolat ist, wieder ein Springbrunnen wird, wünschten sich die Althaldensleber.

Die Wunschliste war noch länger: So sollte der Containerstellplatz entweder ganz verschwinden oder zumindest sauber und geräuscharm sein, die Beleuchtungssituation sollte sich verbessern und vielleicht auch am Lindenplatz und auf einem Teil der Neuhaldensleber Straße ein Tempo-30-Bereich ausgewiesen werden. Die Barrierefreiheit auf dem Platz und auf angrenzenden Fußwegen war ein wichtiges Thema, ebenso wurden pflegeleichte Sitzgelegenheiten gewünscht. Auch Stellflächen in gleicher Zahl wie jetzt sollten bestehen bleiben.

Ein Spielplatz für die Kinder wurde abgelehnt, aber der Vorschlag des Schulleiters der Alstein-Schule, Michael Blaschke, einzelne Spielelemente zu integrieren, wurde positiv aufgenommen. Die Installation einer öffentlichen Toilette scheint dagegen unrealistisch.

Angst vor "Rennpiste"

Doch waren sich die meisten der Gäste im Saal einig, dass, solange das alte Fabrikgebäude ein Schandfleck ist, besser am Lindenplatz nichts gemacht werden sollte. Die großen Linden würden sie wenigstens verdecken. Die Anlieger der Anliegerstraße hinter dem Platz könnten auch damit leben, wenn ihre Straße nur ein wenig ausgebessert würde. Sollte die Straße nämlich gepflastert werden, befürchten sie, unabhängig von den Anliegerbeiträgen, die sie zahlen müssten, auch, dass die Straße zur Rennpiste werden könnte. Auch eine Einbahnstraßenregelung in diesem Bereich, wie es sie schon einmal gab, sei wünschenswert.

Vereinzelte Bürger stellten aber auch die Frage in den Raum, warum überhaupt 450 000 Euro ausgegeben werden müssten, um den Platz neu zu gestalten. Mit mehr Pflegemitteln sei auch etwas zu machen. Der Haldensleber Bauamtsleiter Ralf Krupp-Aachen nahm zu den zu erwartenden Anliegerbeiträgen kurz Stellung, konnte aber wegen der fehlenden endgültigen Planungen einer derartigen Baumaßnahme noch nichts Konkretes sagen. Auf jeden Fall werde er alle Wünsche mit in die Verwaltung nehmen, so dass sie bei den Planungen für die Umgestaltung des Lindenplatzes mit einfließen können. "Ich hoffe auch, dass durch die Neugestaltung eine Initialzündung ausgelöst wird und auch im Umfeld einiges saniert wird", so Ralf Krupp-Aachen.