Haldensleben (jch). Acht Sechstklässler aus Sachsen-Anhalt wetteiferten am Sonnabend in Haldensleben darum, wer der beste Vorleser des Bundeslandes ist. In der Kulturfabrik lasen die Mädchen und Jungen jeweils verschiedene Textabschnitte aus dem Buch "Mein Freund Kalle" von Rainer Bublitz.

Und nicht nur die Jury, bestehend aus Marianne Rogowski, Anna Lindecke, Edda Tarnoki, Christine Heinz, Stefan Rost und Herta Springborn, hörte ihnen aufmerksam zu. Die Leseasse hatten Familienangehörige und Freunde mitgebracht, die teilweise nervöser waren als sie. Mit großer Souveränität lasen die Sekundarschüler Philipp Klein aus Burg, Sophie Minstedt aus Schneidlingen, Ella Bauer aus Halle und Simon Heinrich aus Wittenberg sowie die Gymnasiasten Simon Pansa aus Magdeburg, Luisa Warschewske aus Hasselburg vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Weferlingen, Antonia Harzer aus Halle und Friederike Meinhof aus Jessen die ihnen vorgelegten Texte. Die kritischen Zuhörer bewerteten nicht nur, wie fehlerfrei und flüssig die Kinder vortrugen.

Die Mädchen und Jungen mussten sich auch in die Charaktere des ihnen unbekannten Werkes versetzen, um Trauer, Wut oder Freude auszudrücken. Jeder Teilnehmer war so professionell, dass es der Jury am Ende gar nicht so leicht fiel, die Sieger zu küren. Simon Pansa wurde schließlich als bester Vorleser bei den Gymnasiasten gewählt und Ella Bauer war die Beste unter den Sekundarschülern. Die beiden Kinder dürfen nun am 22. Juni beim Bundesentscheid in Frankfurt am Main gegen die besten Vorleser aus Deutschland antreten. Aber nicht nur sie wurden mit Urkunden und zahlreichen Sachpreisen ausgezeichnet. Marianne Rogowski, Vorstandsmitglied des vor Ort ausrichtenden Vereins zur Förderung der Kultur-und Heimatpflege, überreichte allen Leseratten Belohnungen für ihre überragenden Leistungen.

Den bundesweit größten Vorlesewettstreit, an dem jährlich mehr als 700000 Sechstklässler teilnehmen, gibt es seit 1959 und wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels veranstaltet.

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