Rund 1500 Gäste haben am Wochenende die Ziegelei in Hundisburg besucht. Die Mitarbeiter des technischen Denkmals und die Mitglieder des Fördervereins luden an beiden Tagen zum Museumsfest, bei dem die Besucher hinter die Kulissen der Ziegelproduktion und des einstigen Tonabbaus auf dem Gelände schauen konnten.

Hundisburg. "Wenn der Ziegel noch weich war, sind die Ziegler mit ihren Fingern über die Fläche gefahren und haben so die Rillen gefertigt", erklärt Jörg Bonewitz von der Ziegelei bei seinen Rundgängen, als die Besucher mit ihm vor historischen Dachziegel-Biberschwänzen Halt machten. Bonewitz nahm sie mit auf eine Reise durch die Geschichte der Ziegelfertigung und erklärte auch, wie Ziegel geschmolzen werden können. Janina Berthold, ihre Mutter Elke sowie Schwester Sina aus Bornstedt sagten hinterher: "Dass soviel hinter der Ziegelproduktion steckt, war sehr interessant." Sie wollten sich schon immer mal auf dem Gelände der Ziegelei umschauen. Diesmal haben sie die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und waren damit drei von insgesamt etwa 1500 Besuchern an diesem Wochenende.

Besondere Attraktion waren die historischen Feldbahnen, die zu diesem Anlass aus dem Schuppen herausgeholt wurden. Und wo einst Kipploren für den Transport von Ton aus den Gruben in die Rohstoffaufbereitung die 600 Millimeter breiten Schienenspuren von einer Lok entlang gezogen wurden, gab es diesmal kleine Waggons mit Sitzplätzen für die Besucher. Die drei Fördervereinsmitglieder Roland Köllmer, Wolfgang Flemming und Denis Werner sorgten für die Rundfahrten, auf denen es auch einen Eimerkettenbagger zu besichtigen gab, der einst (bis in die 70er Jahre) dem Tonabbau diente.

Wer weiter auf den Schienen rollen wollte, konnte auf einer Draisine fahren, die von Schlanstedter Eisenbahnfreunden mitgebracht worden war. Fahrten mit einem dampfbetriebenen Bus rundeten das Gefühl der kleinen Reise in die Vergangenheit ab. Marion Nier, Leiterin der Ziegelei, findet, dass gerade diese Angebote sehr gut beim Publikum angekommen seien: "Wir haben ein positives Feedback von den Leuten bekommen." Besonders sei zudem das Brotbacken im historischen Steinbackofen für die Besucher gewesen. Die Brote standen für sie auch zum Verkauf - neben Spielzeug oder Keramik an anderen Händlerständen. Auch selbst konnten die Besucher Figuren aus Keramik formen - in einer Werkstatt unter Anleitung.

Ein Kinderprogramm mit den Unterhaltern "Tine und Werner" war ein weiterer Höhepunkt am Sonntag nebst Hüpfburg und Krabbeltunnel. Marion Nier zeigte sich froh über das Gelingen und dankbar: "Viele Mitglieder des Fördervereins und diejenigen, die mit der Ziegelei verbunden sind, kommen gern her und helfen. Ihnen sollte man wirklich besonders danken."

   

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