Alleen sind für die Kulturlandschaft von unschätzbarem Wert: Sie sind auch ein unverwechselbares Wahrzeichen der jeweiligen Region. Der BUND Sachsen-Anhalt kümmert sich um den Schutz der Bäume und hatte alle Interessenten zu einer Fahrradtour entlang verschiedener Alleen zwischen Flechtingen und Oebisfelde eingeladen.

Flechtingen/Grauingen. "Unsere Alleenschutzkampagne, die immer wieder durch Einzelprojekte unterstützt wird, gibt es seit über zehn Jahren. Die heutige Radtour ist nur ein Teil der Kampagne", erklärte am Sonnabendmorgen Melanie Medau-Heine, Referentin für Natur- und Alleenschutz beim BUND Sachsen- Anhalt, am Start der Tour vor dem Flechtinger Bahnhof.

"Wir fahren nicht nur durch Alleen, die schön anzusehen sind, sondern auch dorthin, wo Bäume gefährdet oder nachzupflanzen sind, um gute und schlechte Beispiele zu zeigen", so die Referentin.

Auf die Idee, die Baumschutz-Tour in dieser Region zu veranstalten, kam Christoph Damm. Der Hilgesdorfer absolviert gerade ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim BUND.

"In dieser Region gibt es nicht nur schöne Alleen, sondern auch die Drömlingslandschaft ist beeindruckend", schwärmte die Referentin, die zuvor die Strecke mit ihrem freiwilligen Helfer getestet hatte.

Zu den 25 Radlern gehörten einige Leute aus den umliegenden Orten, aber auch Freunde des BUND aus Magdeburg und dem Salzlandkreis. Die jüngste Teilnehmerin war die vierjährige Lena, die mit ihrer Mutter Doreen Nowaczek samt Fahrrad mit dem Zug aus Staßfurt angereist war. Von Flechtingen aus radelten die Naturfreunde durch die Alleen von Böddensell. "Wir haben besonders viele Obstbaumalleen", berichtete Christoph Damm. Thomas Lange von der Ortsgruppe des BUND Wegenstedt, Mannhausen, Etingen und Velsdorf begrüßte die Tour und erzählte: "Unser Ziel ist es, dass der Aller-Elbe-Radweg von Flechtingen eine Anbindung über den Drömling in Richtung Oebisfelde zum Aller-Radweg bekommt."

Besonders fasziniert waren die Baumschützer von der Lindenallee vor den Toren von Grauingen. "Alleen verbinden voneinander getrennte Lebensräume und bieten Brut- und Rastplätze für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Alleen spenden Schatten, verringern den Straßenlärm und binden Staub und Abgase", erklärte Melanie Medau-Heine. Doch viele Alleen sind gefährdet, zum Beispiel durch Tausalz im Winter, zu viel Stickstoff aus der Landwirtschaft, Beschädigungen der Wurzeln durch Straßenbau oder unsachgemäße Pflegemaßnahmen.

An der Kirche in Wegenstedt wartete Vivien Schlüer mit ihrem Sohn Rudi auf die Durchreisenden. Als Mitglied in der Chronikkommission Wegenstedt erzählte sie den Gästen viel Interessantes über die Historie des Ortes und über die Geschichtswerkstatt, die auf dem Pfarrhof entsteht. Weiter ging es in Richtung Mannhausen nach Kämkerhorst. Im "Land der tausend Gräben" gab es ein Picknick. Über Miesterhorst ging es zum Bahnhof in Oebisfelde, wo diese Tour endete. "Wir werden mit wei- teren Aktionen wertvollen Baumbestand schützen, denn schließlich bilden die Alleen die Lebenslinien für die nächsten Generationen", kündigte die Referentin an. Weitere Informationen gibt es im Internet unter:

www.allee@bund-sachsen-anhalt.de

 

Bilder