Wegenstedt. Zwischenstation machten am Sonnabend die Teilnehmer der BUND-Radtour in Wegenstedt. Die Tour war eine von vielen Aktionen zum Schutz von Alleen und führte von Flechtingen durch den Drömling nach Oebisfelde.

Vor der Wegenstedter Kirche begrüßte Vivien Schlüer, die stellvertretende Vorsitzende der Chronikkommission Wegenstedt, die Gäste. "Ich freue mich, dass ich Ihnen ein besonderes Projekt für die Zukunft - eine Geschichtswerkstatt - vorstellen kann", sagte die Stellvertreterin und erzählte: "Gleich neben der Kirche haben wir hier den Pfarrhof, auf dem seit Jahrhunderten die jeweiligen Pastoren mit ihren Familien lebten. Weil der Hof leider seit langer Zeit schon verfallen ist, überlegte man, wie man ihn retten kann. Da kam die Idee, hier eine Geschichtswerkstatt entstehen zu lassen."

Bauherr bei der Rekonstruktion des Fachwerkhauses ist die Kirchengemeinde. In der Werkstatt soll unter anderem das Kirchenarchiv einen Platz bekommen. "Aber im Besonderen sollen dort geschichtsinteressierte Leute zusammen kommen", sagte Vivien Schlüer, zeigte auf den fast fertigen Rohbau und erklärte: "Finanziert wird das Projekt mit Geld der Kirche, der Gemeinde Calvörde und mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II vom Staat."

Benannt wird die Werkstatt nach dem Pfarrerssohn Samuel Walther. "Er ist am 18. Februar 1679 hier geboren. Er spielt für uns eine große Rolle, weil er neben seiner Tätigkeit als Stellvertreter und später auch als Rektor eines städtischen Gymnasiums in Magdeburg auch als Chronist tätig war. Er hat die ,Magdeburgischen Merckwürdigkeiten\' geschrieben. Darin schilderte er auch Geschehnisse aus der Region und aus dem Drömling. Walther hat auch schon damals eine geografische Karte anfertigen lassen."

Die Wegenstedterin erläuterte die Zukunftspläne der Werkstatt, in der Themen vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit erarbeitet, Seminare gehalten und Ausstellungen präsentiert werden sollen. "Die Werkstatt wird für jedermann zugänglich sein", betonte sie und führte über den Pfarrhof.

Morgen um 14 Uhr bekommt das Gebäude beim Richtfest eine Krone.