Hermsdorf. Simson, MZ, Trabant und Co.: Unter dem Motto "Die mobile Welt des Ostens" ist seit gestern eine Ausstellung in der Mall des Elbeparks zu bestaunen. Das von Kerstin und Ingo Schramm geführte Fahrzeugmuseum Staßfurt zeigt bis zum 28. Mai 66 tolle Ausstellungsstücke ihrer fünf mal so großen Sammlung.

Center-Manager Sevket Demir war bei der gestrigen Eröffnung begeistert: "Das ist eine Erlebniswelt, auf die wir wirklich stolz sind." Auf zwölf Themeninseln mit liebevoll hergerichteten Dekorationen können die Besucher des Einkaufszentrums motorisierte und nichtmotorisierte Zeugen der DDR-Technikgeschichte bewundern, die sicherlich viele persönliche Erlebnisse wachrufen werden.

So empfängt die Volkspolizei die Gäste im Hauptfoyer - mit MZ-Eskorten-Maschinen, einem Original-Wartburg- "Toni"-Einsatzwagen, Funkgeräten und Motorrädern der DDR-Verkehrspolizei. Nebenan werden vor allem Erinnerungen an die motorisierte Jugend in der DDR wach - mit Spatz, S50, SR und Co. Natürlich fehlt auch der Trabant mit Dachzelt nicht, gekrönt wird die Schau von einem "Warbant", einer knallroten Cabrioversion aus Wartburg und Trabant. Ebenso glänzen Fahrräder von Mifa bis Diamant, alte Jawas, RTs, ES-Trophys ("Eisenschweine") und andere Glanzlichter der ostdeutschen Fahrzeuggeschichte von 1955 bis 2005 in der Mall. Hingucker sind zudem die MZ-Kräder, die nach der Wende den Markt erobern sollten - aber scheiterten.

Über Gründe dafür, aber auch über ganz persönliche Geschichten jedes einzelnen Vehikels weiß Ingo Schramm eine Menge zu berichten.

Das Fahrzeugmuseum der Schramms steht in Glöthe, einem eingemeindeten Ortsteil von Staßfurt. 2005 eröffnet, ist der Museumsfundus auf inzwischen mehr als 300 Exponate angewachsen.

"Wir haben unsere Exponate bei Versteigerungen erworben, sie geschenkt bekommen oder auch gekauft. Einige haben wir selbst wieder aufgebaut. Andere sind uns aus Betriebs- und Produktionsbeständen überlassen worden. Wir konnten beispielsweise die MZ-Verwalter überzeugen, einige der nur in ganz geringen Stückzahlen produzierten Nachwendefabrikate an unser Museum zu geben."

Nicht alle Exponate sind Hochglanzstücke. "Das machen wir ganz bewusst. Wir wollen vielen uns gespendeten Fahrzeugen ihre persönliche Geschichte nicht nehmen", berichtete Schramm. Mitunter sind deshalb noch die Original-Kennzeichen, auch Aufkleber oder persönliche Veränderungen erhalten, die an ihren ehemaligen Besitzer erinnern.

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