Das Richtfest für die Geschichtswerkstatt "Samuel Walther" feierten am Mittwoch in Wegenstedt Vertreter der Kirchengemeinde, der Kommune und der Vereine mit den Handwerksleuten. Die Re- konstruktion des Fachwerkhauses wird zum größten Teil mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II finanziert. An den Gesamtkosten von 207 000 Euro beteiligt sich auch die Gemeinde Calvörde.

Wegenstedt. "Die Wegenstedter haben ja den Ruf, dass sie gern feiern, da reihe ich mich gern mit ein. Es ist das zweite Fest innerhalb von fünf Wochen, denn gerade fünf Wochen ist es her, dass der Grundstein gelegt wurde", sagte Pastorin Irene Heinecke bei der Begrüßung der Gäste des Richtfestes.

Die Pastorin nannte gleich drei Gründe zum Feiern: "Das ist zum einen die Freude, dass nach einer dreijährigen kurvenreichen langen Zeit es dazu gekommen ist, dass diese Geschichtswerkstatt Gestalt gewonnen hat. Der zweite Grund ist die Dankbarkeit, dass es am Bau relativ schnell und bisher gut gegangen ist." Der dritte Grund wäre - ihrer Meinung nach - eine Ahnung oder auch vielleicht schon eine Gewissheit.

"Die Dimension dieser Geschichtswerkstatt ist doch eine ganz andere als die, die wir uns zuvor erträumt hatten", sagte Irene Heinecke. Einer von diesen "Träumern" ist Gerhard Reinecke. Der damalige Bürgermeister und heutige Ortsbeauftragte von Wegenstedt hat schon vor drei Jahren die Werkstatt vor sich gesehen. "Was für ein Auftritt. Von dieser Empore aus zu den Beteiligten zu sprechen, das ist schon was Besonderes", scherzte Reinecke vom Baugerüst aus und meinte: "Aber wir sind zusammengekommen, um etwas Besonderes zu zelebrieren - nämlich das Richtfest. Es ist nicht die Geschichtswerkstatt des Ortes Wegenstedt und auch nicht die der Gemeinde Calvörde oder die der großen Verbandsgemeinde Flechtingen, sondern die Werkstatt ist aus der Region und für die Region."

Der Ortsbeauftragte bedankte sich bei allen Initiatoren und bei allen am Bau Beteiligten. An erster Stelle nannte er die Pastorin. "Sie ist sozusagen die Mutter der Idee. Aber um die Idee umzusetzen, muss man auch Geld haben. Und da war sie immer unermüdlich dabei, Geld heranzuschaffen", erzählte Reinecke und ergänzte: "Dank gilt auch den Mitgliedern des Gemeindekirchenrates, die mit Nachdruck daran gearbeitet haben, Rahmenbedingungen für die Werkstatt zu schaffen." Dankesworte gingen auch an die politische Gemeinde für die finanzielle Unterstützung. Gemeinsam schlugen Pastorin und Ortsbeauftragter den letzten Nagel in den Dachstuhl.

Zu den Gästen gehörten Eckhard Bernecker und Bernd Fritzenwalder vom Salzburger Verein. "Peter Schönecker, der aus Salzburg vertrieben wurde, weil er seinem Glauben treu bleiben wollte, fand hier in Wegenstedt 1732 seine letzte Ruhe", erklärten die Weitgereisten und zeigten auf die Stelle in der Werkstatt, wo der Grabstein einen neuen Platz finden soll. "Der Grabstein, der von zwei Seiten beschriftet ist, wird in diese Wand eingemauert, damit man ihn von vorn und hinten betrachten kann", erklärte Planer Berthold Heinecke. Das dritte Fest - die Einweihung der Werkstatt - scheint nicht mehr lange auf sich warten zu lassen. Michael Knop von der bauausführenden Firma ist sich sicher, dass der Bau - außer den Malerarbeiten - bis Anfang Juli fertig sein wird. "Wenn die Werkstatt bis dahin fertig ist, dann gehört die Einweihung natürlich zu den Höhepunkten der Festlichkeiten "700 Jahre Wegenstedt", die vom 11. bis zum 14. August gefeiert werden. Am 13. August soll es um 18 Uhr in der Kirche einen Festgottesdienst geben.

 

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