Kämkerhorst/Mannhausen (aro). "Der Drömling ist außerordentlich vielfältig", stellt Naturparkleiter Fred Braumann fest. "Oft kommt es nur darauf an, unseren Besuchern am richtigen Ort einen unverstellten Blick zu ermöglichen und die richtigen Worte zu finden, um sie für die Bewahrung dieser einmaligen Landschaft zu gewinnen." Hierin haben sich die Mitarbeiter der Naturparkverwaltung nun intensiv geübt. Vor einem Jahr hatte der dreiteilige Grundkurs in Oebisfelde begonnen und den sieben Mitarbeitern aus dem Naturpark Drömling sowie sechs Mitarbeitern aus dem Biosphärenreservat Mittelelbe einiges abverlangt.

Zu den Kursinhalten gehörten neben intensiven Videotraining zur Besucherführung auch die modellhafte Entwicklung von besucherorientierten Tafeln und Naturerlebnispfaden.

Tonaufnahmen für eindrucksvolle Hörstationen wurden erstellt, historische Rollenspiele geübt und Tages- programme für Schulklassen entworfen. "Es geht uns nicht darum, dass jeder nach dem Grundkurs alles perfekt beherrscht", erklärt Projektleiter Thorsten Ludwig. "Zu den wichtigen Aufgaben der Mitarbeiter gehört es aber, die für die Besucher spannenden Geschichten hinter den Dingen zu entdecken. Außerdem gilt es zu erkennen, welches Instrument wo zum Einsatz kommen sollte, um den Erlebniswert des Naturparks für die Besucher des Drömlings zu erhöhen."

In zwei Hausarbeiten und zwei Prüfungen haben die Teilnehmer bewiesen, dass sie nach den drei übers Jahr verteilten Kurswochen dazu in der Lage sind. Das Projekt ParcInterp wird von den drei bundesweiten Verbänden Europarc Deutschland, Bundesverband Naturwacht und Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung getragen und von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde wissenschaftlich begleitet.

"Ziel des Projektes ist es, in ganz Deutschland Qualitätsstandards für die Interpretation der Parks zu etablieren. Die unterhaltsame Präsentation der unverwechselbaren Natur- und Kulturphänomene im Drömling gehört dazu", betonte Braumann.

"Das Konzept der Natur- und Kulturinterpretation, nach dem die Mitarbeiter in deutschen Naturparks und Biosphärenreservaten sich fortbilden, wurde von Rangern in den Nationalparks der USA entwickelt", sagte Sabine Wieter, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im Naturpark Drömling. Sie erklärte: "Dieses Konzept hat sich von dort aus weltweit auch in Zoos, botanischen Gärten und Freilichtmuseen verbreitet."