Flechtingens Bürgermeister Dr. Dieter Schwarz ist der zweite Ehrenbürger seiner Gemeinde. Anlässlich der Festsitzung zum 1050-jährigen Ortsjubiläum am Freitag wurde er unter stehenden Ovationen zum Ehrenbürger ernannt. Die Sitzung im Kurhaus bildete den Auftakt des ersten Festwochenendes.

Flechtingen. Mit einem Auftakt nach Maß haben am Freitag die Feierlichen zu "1050 Jahre Flechtingen: Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft" begonnen. Mit Kanonendonner und dem Niederlegen eines Gebindes am 1000-Jahr-Stein auf dem Lindenplatz ist die Gemeinde am frühen Abend offiziell in ihr zehntägiges Jubiläumsfest gestartet.

Doch mit der Festsitzung im Anschluss im Kurhaus wurde noch eins obendrauf gesetzt.

Bürgermeister Dr. Dieter Schwarz erhielt für seine Verdienste um die Gemeinde aus den Händen von Gemeinderätin Christa-Maria Voigt auf einmütigen Beschluss des Gemeinderates als zweiter Bürger überhaupt die Ehrenbürgerschaft Flechtingens. Völlig ahnungslos und sichtlich bewegt nahm Dieter Schwarz die Ehrenurkunde und die Geschenke entgegen. Fast 20 Jahre hatte er die Geschicke von Flechtingen gelenkt und geleitet und zeichnet für den Erfolg seiner Gemeinde entscheidend mitverantwortlich. Vor ihm war bisher nur Tischlermeister Albrecht diese hohe Ehre zuteil geworden.

Verschiedene Flechtinger und in Flechtingen Tätige gestalteten die Festveranstaltung einmal anders. Im in den Ortsfarben Rot und Weiß gestalteten Festsaal des Kurhauses wurde die Ortsgeschichte aus der Sicht verschiedener Bereiche lebendig. Kurt Buchmann (Ortsgeschichte), Friedrich Draffehn (Landwirtschaft), Hubertus Hlawatsch (Forst), Jürgen Wille (Industrie und Gewerbe) sowie Kora Duberow (Tourismus) formulierten aus ihrer Sicht die hervorragende Entwicklung in den 1050 Jahren von einem Kuh- in den Kurort von heute.

"Die einmalige Symbiose von Natur, Tourismus und Leben macht ein Kleinod aus Flechtingen", sagte Dietrich Bredthauer, Beigeordneter und Dezernent des Landkreises Börde, in seinem Grußwort.

Bürgermeister Dieter Schwarz sprach von seinem alten und doch jungen Flechtingen, das neben den gemeind- lichen Entscheidungen für Straßenbau und Infrastruktur durch die Menschen selbst zu einem lebenswerten Ort werde.

Viele Vereine und Institutionen brächten sich ein und prägen das heutige reichhaltige kulturelle Leben in dem einstmals armen Walddorf.

Prächtig fiel nicht nur das anschließend gereichte Buffet aus, sondern auch die Festtorte, die von Bäckermeister Denni Nitzschke aus Calvörde gespickt mit sprühenden Licht-Fontänen in den Festsaal geschoben wurde.

Das Chortreffen am Sonnabend vereinte fünf Chöre auf der Bühne im Schlosshof. Der Volkschor Süplingen, der Forstchor Flechtingen, der Männerchor Liederkranz Haldensleben, der Kirchenchor Jubilate Behnsdorf und der Shanty-Chor Helmstedt sowie die Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft Haldensleben unterhielten das Publikum nicht nur bestens, sondern animierten teilweise auch zum Mitsingen.

Rege genutzt wurde die Möglichkeit, die Kirche zu besichtigen und vor allem den Kirchturm zu besteigen. Die Sicht von oben entschädigte so manchen Besucher für die Mühen, die vielen Stufen hinaufzuklettern.

Die Kirche blieb auch am Abend noch Schauplatz, nämlich für eine ganz besondere Lesung. Der Freundeskreis Literarischer Salon stellte die druckfrisch erschienene Willingsche Chronik "Auf steinigem Grund" vor. Pfarrerin Irene Heinecke überahm es, den Lebensweg von Hermann Willing (1850 bis 1918) nachzuzeichnen, der von 1879 bis 1911 als Pastor in Flechtingen tätig war. In insgesamt neun Schreibheften führte er eine Art Tagebuch, schilderte darin sehr detailliert das dörfliche Leben mit all den kleinen und großen Ereignissen. Berthold Heinecke schuf die erzählerischen Übergänge, während Eugenie Kontzog und Sabine Paasche unmittelbar aus der Chronik vortrugen.

Zum Ausklang des Sonnabends luden die Organisatoren zu einer Rocknacht in den Schlosshof ein.

Die Kleine Galerie birgt seit gestern so allerlei Schätze aus der Feder von Schülern. Mädchen und Jungen aus fünf Schulen hatten sich als Dank für das neue Haus der Jugend und Vereine dem Wettbewerb gestellt und ihre ganz eigene Sicht auf Flechtingen verschiedenfach dargestellt.

Auf dem Lindenplatz begann unterdessen ein großes Familienfest mit dem Radiosender SAW. Unter anderem hatte der Jugendklub auf der Bühnen seinen Auftritt.

   

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