Haldensleben. Das Netzwerk der Rolandorte ist ab sofort auch im Internet präsent. Vertreter des Netzwerkes, in dem 15 Orte mit einer Rolandfigur vertreten sind, gaben gestern in Haldensleben den symbolischen Startschuss für die Werbeoffensive. Zur Unterstützung waren stellvertretend für ihre anderen "Kollegen" der Roland und Marie Nathusius aus Calbe/Saale sowie der Haldensleber Roland mit dabei.

Auf den Internetseiten, die über www.rolandnetzwerk.de sowie www.rolandrouten.de abrufbar sind, werden dem virtuellen Besucher viele Informationen über die Rolandorte, die bereits eingerichteten drei Rolandrouten und zur Bedeutung der Rolande gegeben. Auch andere touristische Sehenswürdigkeiten der Orte sowie Kontakte zu Touristinformationen finden sich hier.

Die neue Informationsbroschüre, die mit Unterstützung des Kultusministeriums Sachsen-Anhalts entstanden ist, trägt in ihrem Titel den Grundgedanken des Netzwerkes: "Erlebte Stadtgeschichte". Den Rolandorten geht es nämlich genau darum: Die Geschichte der Orte erlebbar zu machen, das Geschichtsbewusstsein der Einwohner und der Gäste zu schärfen. Dem hat sich das Rolandnetzwerk, das 15 Orte der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg in loser Kooperation vereint, seit 2007 verschrieben. Seither habe sich mehr und mehr ein gemeinsames Bewusstsein entwickelt. Längst gehe es nicht mehr allein um die hölzerne oder steinerne Rolandfigur, sondern um Ursprung, Bedeutung, Geschichte. "Die Rolande stehen für ein Selbstbewusstsein der Orte. Von der reinen Theorie wechseln wir jetzt in die praktische Phase. Es begann mit den jährlichen Radtouren des Allgemeinden Deutschen Fahrradclubs und der Sternfahrt nach Burg und geht jetzt mit der Internetpräsentation und der Broschüre weiter", sagte Dr. Dieter Pötschke vom Rolandnetzwerk gestern.

Gunter Fritsch, Präsident des Landtages Brandenburg und Schirmherr des Netzwerkes, stellte das touristische Potenzial der Rolandorte und der Rolandrouten heraus. "Nächstes Ziel sollte es sein, dass vor Ort die Rolandrouten ordentlich ausgeschildert sind - mit Hinweisen auf andere Sehenswürdigkeiten und auch Übernachtungsmöglichkeiten für die Touristen.

"Wir wollen das Potenzial, das jeder Ort hat, nutzen. Allein ist das zu wenig, aber im Netzwerk sind wir gemeinsam stark. Das geschichtliche Interesse ist da, es muss nur herausgekitzelt werden. Das haben wir bei den archäologischen Grabungen hier in Haldensleben, etwa beim Fund der alten Burganlage, wieder gesehen", unterstrich Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler.

"Es gibt eine interessante Spannung innerhalb des Netzwerkes: kleine und große Orte, neue und alte Rolande, verschiedene Bundesländer. Jeder Roland hat seine eigene Geschichte, eine Sage, eine Episode. All diese Geschichten in einem Buch zu sammeln, das ist es nicht ganz geworden. Aber die neue Broschüre ist ein kleiner und wichtiger Schritt", stellte Reinbern Erben, Vorsitzender des Rolandnetzwerkes heraus.