Mit großem Bahnhof wurde vor Kurzem der Spatenstich für den neuen Umschlagshafen in Haldensleben vollzogen. Auf dem Gelände des Gewerbegebietes Südhafen sollen sich zahlreiche Investoren niederlassen - einige der künftigen Nutzer waren beim offiziellen Spatenstich sogar schon dabei.

Haldensleben. Eine wegweisende Entscheidung bezüglich der Gewerbeflächen in der Kreisstadt hätte man in Haldensleben schon 1994 gefällt. "Damals haben wir schon Festlegungen im Flächennutzungsplan getroffen, um den Hafen zu erweitern", erinnerte Bürgermeister Norbert Eichler. Bis 2007 hätte es dann aber keine Notwendigkeit gegeben, diesen theoretischen Bestimmungen Leben einzuhauchen. Als man sich dazu aufraffte, "kam die Wirtschaftskrise, in der sich die Gewerbesteuereinnahmen auf ein Drittel der bekannten Einnahmen reduzierten", bilanzierte Eichler.

Die Initialzündung, um aktiv zu werden, kam dann durch das Vorhaben der Kanalerweiterung. "Wenn nicht jetzt, wann dann", hätte man sich laut Bürgermeister in der Verwaltung und den Ratsgremien gefragt und die Weichen dafür gestellt, dass sich Investoren am Mittellandkanal niederlassen.

Mit dem Spatenstich zur Erweiterung des Gewerbegebietes, der am 16. Mai in Anwesenheit der Wirtschafts- ministerin Birgitta Wolff und vieler weiterer geladener Gäste stattfand, würde man nun die Endphase der Fertigstellung des neuen Umschlagshafens einläuten.

Und die Flächen, die gegenüber des schon bestehenden Umschlagshafens liegen, sind gefragt. Beim Spatenstich waren zum Beispiel schon Isolde und Peter Glienke anwesend. Das Ehepaar betreibt die E W Greenland Inter GmbH, bietet Wasserspeicher- und Bodenverbesserungsgranulate an. Eigentlich wollten sie im Raum Berlin/Brandenburg investieren, entschieden sich dann aber für den Landkreis Börde. "Sachsen-Anhalt hat uns mit allen Möglichkeiten am meisten überzeugt: Der Standort ist gut, die Infrastruktur auch - und die Zusammenarbeit mit dem Landkreis, dem Land und den Behören hat bestens funktioniert", lobt Glienke. Für seine Firma sei der Umschlagshafen ideal, da er weltweit exportiert und die Produkte von Haldensleben aus schnell nach Hamburg und von dort auf den Weltmarkt verschifft bekommt. Schon zum Ende dieses Jahres will das Ehepaar in Haldensleben mit dem Umschlag beginnen.

Fast die gleichen Argumente waren es auch, die Bernd Lücke von der Bollmer Umwelt GmbH überzeugten, sich im Gewerbegebiet am Südhafen niederzulassen. Sein Unternehmen, das in der Börde bereits in Völpke ansässig ist, vertreibt Fest- und Flüssigdünger für die Landwirtschaft. Die Rohstoffe kommen künftig per Schiff nach Haldensleben und sollen von dort aus per Lkw zu den Kunden gebracht werden.

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