Mit einem beherzten Schnitt gaben gestern die achtjährigen Alstein-Grundschüler Lucy, Tom und Leah den Spielplatz im Rolandquartier frei. In gut fünf Monaten Bauzeit und für 75000 Euro entstand inmitten des Wohngebietes ein umzäuntes Areal, in dem sich Kinder nach Herzenslust austoben können.

Haldensleben. Mit 80 potenziellen Spielplatznutzern war Alstein-Schulleiter Michael Blaschke gestern Mittag in die Nachbarschaft seiner Grundschule gekommen. Inmitten des Roland-Quartiers, an der Rottmeisterstraße, wurde - mit Sekt für die Großen und alkoholfreien Getränken für die Kinder - der umgestaltete Spielplatz freigegeben.

Dessen Verwandlung war nicht ohne Diskussion vonstatten gegangen, wie Bürgermeister Norbert Eichler in seiner kurzen Ansprach erinnerte. So hätte lange die Frage im Raum gestanden, ob dort, auf dem alten Platz, überhaupt wieder ein Spielplatz entstehen dürfe. Im Rahmen der Diskussion zum Förderprogramm "Soziale Stadt", des Stadtteilspaziergangs, des Workshops und weiterer Gespräche gab es dazu bei der Neuplanung Einigung.

"Und wir beweisen damit, dass wir es in der Stadt ernst meinen mit dem Gleichklang der Bedürfnisse: In Haldensleben soll man arbeiten und leben, sollen Alte und Junge, Kranke und Gesunde einen Platz finden", erklärte der Bürgermeister. Diese Vielfalt würde sich besonders in diesen Tagen zeigen. "Der Mai ist für uns ein echter Wonnemonat, in dem wir viele schöne Sachen erleben und eröffnen durften", erinnerte das Stadtoberhaupt an die Feier bei Vilomix, den Spatenstich im Südhafen, die Übergabe von Busbahnhof und Maschenpromenade und eben jetzt den Spielplatz.

Der war in seinem ursprünglichen Zustand nicht mehr tragbar, seine Metallspielgeräte teilweise nicht mehr zugelassen. Nun warten Schiff und Kletterhaus aus Holz darauf, von kleinen Nutzern in Beschlag genommen zu werden. Genau so, wie es gestern die Alstein-Grundschüler der ersten und zweiten Klassen taten, nachdem sie ihr kleines Frühlingsprogramm gezeigt hatten.

Mit der Freigabe des Spielplatzes ist auf dem Gelände der Rottmeisterstraße der erste Bauabschnitt vollendet. Vom 20. Juni bis September soll es mit dem nächsten Teil weitergehen, verriet Planer Rainer Brokof. "Gerade runter, in der Flucht der Garagen, soll ein Bolz- beziehungsweise Allwetterplatz und Jugendtreff entstehen. Dazu kommt im hinteren Bereich eine Parkanlage für die Bewohnerschaft mit Fittnesgeräten für Senioren", blickt Brokof voraus. In mehreren Familienbeiratssitzungen wurde im Vorfeld der Maßnahme diskutiert, wie das Areal künftig aussehen soll, um alle Generationen des Wohngebietes anzusprechen. "Denn wir müssen lernen, miteinander umzugehen und die Bedürfnisse des anderen zu akzeptieren", appellierte der Bürgermeister an die Umstehenden.

Allein für den Kinderspielplatz wurden schon 75000 Euro investiert. "Ein Drittel davon hat die Stadt finanziert, zwei Drittel kamen als Fördermittel von Bund und Land - aus dem Programm ¿Soziale Stadt\'", erklärte Eichler. Man hoffe, dass der Platz lange in diesem Zustand erhalten und von Vandalismus verschont bleibt. "Momentan ist er zwar umzäunt, aber nicht abgeschlossen. Sollte es da Probleme geben, müssen wir umdenken", so Planer Brokof.

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