Im Dauereinsatz war am Wochenende die Ochtmersleber Feuerwehr gewesen. Der Grund: Der Kreisstraße nach Eichenbarleben drohte die Überflutung. Nun will die Gemeinde Hohe Börde schnell eine bauliche Lösung des Problems an der angrenzenden Wiese umsetzen – bevor die nächste Schneeschmelze einsetzt.

Ochtmersleben. Dort, wo sonst Mufflons grasen, machte sich gegen Ende vergangener Woche Schmelz- und Regenwasser breit. An der Wiese – rund um den tiefsten Punkt in diesem Bereich des Ochtmersleber Tals – hatte sich das abfließende Niederschlagswasser von mehr als 30 Hektar der angrenzenden und höher gelegenen Ackerflächen gesammelt. An der Rinderzuchtanlage Beyer am Drackenstedter Weg sah es genauso aus.

Kreisstraße drohte die Überflutung

Das Wasser an der "Mufflonwiese" drohte auf die Kreisstraße zu schwappen, der Pegel lag keine fünf Zentimeter unter dem Hochbord an der Westseite der Straße.

Die Feuerwehrleute rückten aus. "An drei Tagen haben unsere Kameraden bis zum Montagabend insgesamt 4 850 Kubikmeter abgepumpt, 3 500 Kubikmeter an der Kreisstraße und 1 350 Kubikmeter am Drackenstedter Weg. Dieser Einsatz verdient Respekt", berichtete gestern Ortsbürgermeister Günter Kohl.

Bereits am Montagabend hatten im Bauausschuss der Hohen Börde sowohl Vertreter des Bauamtes als auch Günter Kohl über die entstandene Lage in Ochtmersleben berichtet. "Dass sich dort Wasser von benachbarten Äckern sammelt, ist seit Jahrzehnten bekannt, aber solche Ausmaße kannten selbst die Altvorderen aus dem Dorf nicht", berichtete Kohl im Bauausschuss und wies neben den gegenwärtigen Regenfällen und der Schneeschmelze auf weitere Faktoren hin: "2010 fiel in Ochtmersleben ein Drittel mehr Niederschläge als normal. In den letzten zwei Jahren ist der Grundwasserpegel in Ochtmersleben um 1,14 Meter gestiegen, wohl auch, weil die Brunnen nicht mehr genutzt werden, da die Trinkwasserversorgung inzwischen zentral erfolgt."

Obwohl sich die Hochwasserlage an der Kreisstraße nach den Feuerwehreinsätzen zwischenzeitlich entschärft hat, drängten Bürgermeisterin Steffi Trittel und ihre Bauamtsexperten wie auch Günter Kohl auf eine zügige Dauerlösung des Problems. Denn: Niemand weiß, wie sich die Wetterlage in den nächsten Wochen entwickelt. Bauamtsleiter Burkhard Judenberg sprach von "Gefahr im Verzug".

Bauausschuss stimmt schneller Lösung zu

Seine Mitarbeiterin Janett Deicke stellte dem Bauausschuss mehrere bauliche Lösungsvarianten vor, die unverzüglich nach einer Vor-Ort-Begehung entwickelt worden waren.

Ohne viel Federlesen stimmte der Bauausschuss einer Variante zu. Danach soll ein direkter Wasserabfluss zwischen dem Verdunstungsgraben (direkt vor der Wiese, entlang der Kreisstraße verlaufend, siehe auch Foto) und dem Straßeneinlauf auf der Kreisstraße errichtet werden. Einschließlich der Planungsleistungen kostet diese Baumaßnahme im Zuge der Gefahrenabwehr etwa 5 000 Euro.