"Auf jeden Fall besser als Schule" haben die Mädchen und Jungen aus den achten Klassen der Havelberger Sekundarschule "Am Weinberg" einen insgesamt neuntägigen Ausflug in die Berufsfelder gefunden.

Havelberg l Drei Berufsfelder, jedes davon in drei Tagen, musste jeder Schüler durchlaufen. Ein guter Partner für die Sekundarschule ist dabei seit Jahren die Berufsbildungsakademie Altmark mit ihren Werkstätten im Havelberger Gewerbegebiet. In diesen herrschte in den erwähnten neun Tagen Hochbetrieb. Die Ausbilder hatten alle Hände voll zu tun.

In der Werkstatt Bau zum Beispiel konnten sich die Schüler beim Mauern eines Pfeilers nach altbewährter Weise, nämlich Stein auf Stein, ausprobieren. Sie lernten Mörtel, Kalksandsteine und vieles andere mehr kennen, was für den Maurerberuf heutzutage wichtig ist. "Ich finde das alles wirklich sehr interessant", sagte Niklas Sandrock. "Von den Berufsfeldern, in denen ich hier tätig gewesen bin - in der Verwaltung, in der Tischlerei und jetzt beim Bau - gefällt mir der Maurerberuf am besten." Dennoch möchte der 13-Jährige lieber einen anderen großen Traum Wirklichkeit werden lassen: "Auch wenn mir das Handwerkliche offensichtlich ganz gut liegt, bleibt eine Tätigkeit als Tierpfleger bei mir nach wie vor erste Wahl." Tiere sind auch zu Hause in Klietz sein großes Hobby. "Da habe ich vier Aquarien und einen Teich, eine Katze und eine Maus", berichtete er lächelnd.

Riana möchte zum Zoll

"Viel dazu gelernt und Spaß gehabt" hat während der praktischen Arbeit auch Riana Günzel. "Interessant und abwechslungsreich" fand sie vor allem die Berufsfelder Holz/Farbe/Raumgestaltung sowie Lager/Handel/Verkauf. Der "richtige Beruf für mich gehörte hier allerdings nicht zu den Angeboten", erklärte die Achtklässlerin. Denn sie möchte später einmal zum Zoll. "Deshalb werde ich mich zum Ende des Schuljahres auch um ein zweiwöchiges Praktikum bei der Polizei in Havelberg bemühen", nannte sie einen Wunsch auf diesem Weg.

Super Durchgang

Auch wenn nicht für jeden Schüler der richtige Beruf dabei war - eine mit Hilfe eines Computerprogrammes erstellte Potenzialanalyse für jeden Schüler bildete die Grundlage für dessen Erprobung in drei vorgeschlagenen Berufsfeldern (von insgesamt sieben) -, zeigten sich die Ausbilder vom Lerneifer der Achtklässler doch sehr überrascht. "Es ist einfach toll, wie alle mitgemacht und sich von Tag zu Tag in ihren Leistungen gesteigert haben", zeigte sich zum Beispiel Bau-Ausbilder Detlef Paehr von der Gruppen- und Einzelarbeit in seiner Werkstatt sehr angetan. "In diesem Durchgang des Berufsorientierungsprogramms sind das alles super Schüler", setzte er ein weiteres Ausrufezeichen.

Apropos Berufsorientierungsprogramm, kurz BOP genannt. Es ist vom Bundesinstitut für Berufsbildung initiiert worden und läuft seit 2011 recht erfolgreich. Zumindest ist das die Einschätzung von Ulrich Gruber, dem verantwortlichen Lehrer für die Berufsorientierung an der Sekundarschule. "Es bereichert die Berufsvorbereitung an unserer Schule ganz hervorragend", findet er. Und es trägt auf Dauer Früchte: Die Absolventen der 10. Klassen des Vorjahres zum Beispiel hatten so gut wie alle einen Ausbildungsvertrag in der Tasche.

   

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