Der Steuermann geht vom Ruder, aber er bleibt an Bord: Pfarrer i.R. Karlheinz Stephan legte jetzt den GuM-Vorsitz in jüngere Hände. Am Ruder steht nun Matthias Kage aus Wust.

Briest l Es sollte vorab wie eine Entschuldigung klingen: "Ich habe leider nicht so große Schuhe", meinte Matthias Kage, der nun in die sehr, sehr großen Stapfen des rührigen Pfarrers aus Großwulkow treten muss. Doch soll das Schiff - also Geschichtskreis und Marionettenbühne im Kirchspiel Wulkow-Wust - seinen Kurs beibehalten, wenn auch mit verringerter Geschwindigkeit und veränderter Mannschaft.

Matthias Kage präsentierte auch schon einen Ausblick. So soll auch das Büro des GuM an die Spielstätte in der Briester Kirche verlegt werden, es soll auf der Empore eingerichtet werden. Sabine Schönfeld soll auf 450-Euro-Basis die Organisation und Koordination der vielfältigen Aktivitäten übernehmen, immerhin sind bereits jetzt fünf der Pauschalangebote gebucht und zwei Busgruppen angemeldet worden. - Das gab es zu Jahresbeginn noch nie und lässt für die Zukunft hoffen.

Mit Matthias Kage als Vorsitzendem arbeiten im kommissarischen Vorstand Sabine Schönfeld, Hans Schulz (Pressearbeit) und Bernhard Hinsberger (Technik) mit. Der erste Donnerstag im Monat soll als Treff beibehalten werden, demnach wäre die nächste Zusammenkunft am 6. Februar. Ein Problem sieht Matthias Kage allerdings bei der Fortbildung der Kirchenführer.

Vor seiner "Abmusterung" gab Karlheinz Stephan noch einmal einen Überblick über das Erreichte - und das kann sich sehen lassen. Immerhin sechs Kirchen wurden soweit saniert, dass sie nicht einstürzen. In Sydow ist noch einiges zu erledigen, ebenso in Großwulkow. Für die Wiederherstellung der Gotteshäuser erspielte, erarbeitete und sammelte der GuM insgesamt über 400000 Euro.

Sechs Kirchen gerettet

Sehr wichtig war dem Pfarrer im Un-Ruhestand die Weiterbildung seiner Kirchenführer, immerhin 15 Professoren wurden dafür unter anderem engagiert. "Ein Stückchen der Seele unserer Kirchen wurde so wieder zum Reden gebacht", freute sich der 81-jährige GuM-Gründer. Seit 1987 wurden immerhin 160000 Besucher geführt - vorsichtig geschätzt. Künftig sollen die Führer sich nur noch zwei Tage die Woche in Bereitschaft halten.

Eine tragende Säule des GuM ist die Marionettenbühne, deren Arbeit wird von Matthias Kage, Arvid Reumann und Hans Schulz fortgeführt, Bernhard Hinsberger ist Techniker. Neulinge sind immer willkommen. Die letzten Aufführungen des alten Ensembles waren großartig, schätzte Karlheinz Stephan ein. Die Kirche war rappelvoll, einigen musste sogar abgesagt werden. Seit 1981 gab es über 25000 Besucher.

15 Broschüren und Hefte publizierte GuM, der Renner ist immer noch das 110 Seiten starke Buch "Offene Türen", das schon in der vierten Auflage erschien. - Alles in Eigenregie gefertigt, geklebt, geschnitten und geheftet. Das jüngste Produkt, die zweite Jahreszeitung von 2013, wird jetzt an die 107 Mitglieder verteilt. Sogar Filme wurden produziert, zuletzt "Le Poisson" zur Kirchensymbolik.