Das neue Jahr hat kaum begonnen, da macht der Zweckverband der Buga 2015 Havelregion vielfach von sich reden. Regional und überregional wird intensiv geworben für das Großereignis im nächsten Jahres. Zu den Neuigkeiten gehören die "Go-tic-Häuser" und die Umgestaltung im Umfeld der "Lady Agnes".

Havelberg/Brandenburg l Kassenhäuschen, Souvenirverkauf, Wache, Informationsstand, Bühne, "I-Punkt Grün", "Haus der Landschaft" - alles in einem Haus. Besser gesagt, in einem Haus-System, mit dem sich alles modular bauen lässt. Der Zweckverband der Bundesgartenschau 2015 Havelregion hat mit der Firma Fabi-Holz auf dem Spielbau-Areal in Klein Kreutz bei Brandenburg an der Havel einen Anbieter gefunden, der den Bedarf an temporären Bauten gut absichern kann.

Einer Finnhütte mehr Raum gegeben

Die Firma hat die Hauslinie "Go-tic" entwickelt und produziert. Ihr größtes Referenzprojekt wird die Bundesgartenschau im kommenden Jahr. Etwa 50 Häuser werden bis dahin gebaut und dann an den Zweckverband vermietet. Die kleinste Hütte hat eine Grundfläche von vier mal vier Metern, die größte umfasst 160 Quadratmeter. "Das System ist beliebig erweiterbar, wir können alle Größen bedienen", sagt Architekt Frank Schilling. Gemeinsam mit dem Potsdamer Designer Albrecht Ecke hat er dessen Vorstellungen umgesetzt. "Beim Namen Go-tic haben wir nicht nur in die architekturhistorische Kiste gegriffen, auch wenn die Form der Gebäude an gotische Spitzbogenfenster erinnert. Vielmehr ist das Dreieck eine der stabilsten Konstruktionen, das sieht man ja an der klassischen Finnhütte. Doch die erzeugt ein Gefühl von Enge, wir haben dem Ganzen etwas Raum gegeben", beschreibt der Designer. Ein Prototyp stand schon auf der Landesgartenschau im bayerischen Neu-Ulm, nun ist die Produktionsreife erreicht.

Für die Buga werden lediglich zeitweilige Bauten benötigt - diese bestehen aus einem Holzboden sowie gebogenen Leinbinderkonstruktionen. Als Dächer fungieren feste Planen beziehungsweise Bleche für die Kassenhäuschen aus Sicherheitsgründen. "Diese Überzüge lassen sich leicht bedrucken, so dienen die Häuschen gleichzeitig als Leitsystem", sagt der Technik-Ausstellungschef der Buga Frank Schröder. Für ihn haben Formen und Materialien der Häuschen vielschichtige Bedeutungen.

Info-Pavillon bald auf Havelberger Markt

Die Bauten erinnern an umgedrehte Schiffe, an die Domfenster an den Außenpunkten Brandenburg an der Havel und Havelberg, die Materialien passen zum Themenschwerpunkt "Nachwachsende Rohstoffe".

Schröder lobt die Kooperation mit Fabi-Holz. "Verkaufen wollten ganz viele, nur die Partner vor Ort haben sich aufs Vermieten für die Buga-Zeit eingelassen." Danach sollen sie demontiert und verkauft werden. "Wir sind stolz, in der eigenen Stadt unser Können zeigen zu dürfen", sagt Fabi-Gesellschafter Peter Schilling.

In Havelberg werden sich Einwohner und Besucher bald solch ein Haus anschauen können, denn noch im ersten Halbjahr dieses Jahr soll ein Go-tic-Haus als Info-Pavillon auf dem Marktplatz aufgestellt werden.

Informiert hat der Zweckverband in dieser Woche zudem über die Neugestaltung des Umfeldes der "Lady Agnes" im Fliegerpark Stölln. Das Land Brandenburg und die Gemeinde Gollenberg haben dafür knapp 400000 Euro eingeplant (demnächst mehr dazu).

Schaubinden auf der Grünen Woche

Gesprächsthemen für die Grüne Woche in Berlin, die am heutigen Freitag eröffnet wird, gibt es also genug. "Wir sind an allen zehn Tagen auf der Grünen Woche. In der Brandenburg-Halle mit einem eigenen Counter, in der Sachsen-Anhalt-Halle in Kooperation mit der IMG Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt und dem Landkreis Stendal. Mit unserem Flyer und Informationen für Gruppenreisen bieten wir einen ersten Buga-Überblick. Unser tägliches Schaubinden von Sträußen wird bestimmt ein Besuchermagnet", sagte Marketingleiter Matthias Ulrich im Vorfeld der Messe.

Letzteres ist in der Halle 9, der internationalen Blumenhalle, zu finden in Kooperation mit dem Zentralverband Gartenbau und der Deutschen Bundesgartenschau Gesellschaft DBG. Das Motto der diesjährigen Blumenhalle lautet: Parlament der Blumen.

An jedem der zehn Tage der Grünen Woche wird es das Schaubinden als besondere Attraktion geben, berichtet Pressesprecherin Amanda Hasenfusz. Floristiker aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt unterstützen den Zweckverband bei seinen Bemühungen, Anziehungspunkt für die Besucher der Messe zu sein. Mit dabei sind unter anderem das Blumenhaus Höft aus Stendal und das Blumenhaus Heners aus Dabendorf. Sie werden floristische Kunstwerke zaubern und den Besuchern beim Thema "Blumen dekorativer Schmuck" beratend zur Verfügung stehen.

Auf den Bühnen wird es Interviews geben und der Image-Film wird präsentiert. Ihren Großeinsatz hat Wilma Wels, das Maskottchen der Bundesgartenschau.