Sehr vielfältig war im Vorjahr das Einsatzspektrum der Wuster Feuerwehr. Leiter Torsten Reumann blickte auf der Jahresversammlung auf ein bewegtes 2013 zurück.

Wust l Sturmschaden, Gefahrgutunfall, Flutkatastrophe mitsamt Wohnungsbrand, Hubschrauberlandung - sicher haben die zumeist jungen freiwilligen Retter vor Jahresfrist nicht im Geringsten mit alledem gerechnet. Und doch hielt das Jahr 2013 gerade das alles für die Aktiven bereit.

Torsten Reumann ließ am Freitagabend auf der Versammlung im Seniorenraum das Einsatzgeschehen Revue passieren. Es begann mit einem Baum auf der Bundesstraße Ende Januar. Einen Monat später verunglückte auf der B188 kurz vor der Landesgrenze ein Gefahrguttransporter, er hatte Asche geladen und lag quer auf der Fahrbahn. Doch hatten die Wuster hierzu weder Personal noch Technik, sie übergaben deshalb an Fischbeck.

In der Nacht des 8. Juni begann der wochenlange Kampf gegen die Elbeflut, über zwölf Stunden lang wurde in Fischbeck der Deich verteidigt - was leider misslang. Fast alle der insgesamt 28 Aktiven waren mit dabei. Nach dem Deichbruch folgte trotz vorheriger Evakuierung ein Einsatz in der Dammstraße, ein Baum war umgestürzt. Alarm gab es zudem am 19. Juni, das Wasser hatte in einer Wohnung einen Kurzschluss ausgelöst, der zu einem Brand führte. Dank des raschen Eingreifens der Aktiven wurde größerer Schaden verhindert - das geschah auch noch in der Evakuierungszeit. Die Freiwilligen waren gerade mit dem Auspumpen der Keller beschäftigt gewesen.

Die Serie der Kellerbrände im Neubaublock wurde am 28. September fortgesetzt. Diesmal wüteten die Flammen ziemlich heftig, das Treppenhaus wurde arg beschädigt. Mit hinzugerufen wurden wegen der nötigen Atemschutzgeräteträger die Fischbecker. Auch der letzte Einsatz hatte es in sich: In Briest musste am 5. November wegen eines medizinischen Notfalls in der Nacht ein Hubschrauber landen. Die Aktiven mussten ihn einweisen und die Landestelle ausleuchten: "Eine völlig neue Erfahrung für uns", konstatierte Torsten Reumann. Denn niemand wusste, wie groß ein Landeplatz für solch einen Helikopter sein muss.

Ein Selbstverständnis ist auch für die Wuster die Mitarbeit beim dörflichen Leben. Im Januar wurden Weihnachtsbäume verbrannt, Ende April folgte das Maifeuer. Auf wenig Resonanz stieß hingegen der im März neu aufgelegte Feuerwehrball.

Erneut ein Kellerbrand

Die Flut brachte zugleich viele neue Kontakte zu in Wust eingesetzten Wehren aus dem Brandenburgischen mit sich. So fuhr die Jugendwehr im September nach Liepe zu Wettkämpfen. Ende Oktober folgte ein Halloweenfest in Milow an der Havel - diese Wehr will künftig enger mit den Wustern zusammenarbeiten.

Eine Einladung zum Fest kam außerdem aus Wustermark - die Aktiven schenkten den Wustern eine DVD mit Filmen und Fotos aus der Flutzeit. Die Wustermarker hatten schon bei der Deichverteidigung in Fischbeck mitgeholfen und später mehrere Tage in Wust. Weil sie hilflos zusehen mussten, wie das Wasser dennoch vom Dorf Besitz ergriff, halfen sie hier später bei der Schadensbeseitigung.

In diesem Jahr wollen die Wuster die Zusammenarbeit mit Fischbeck bei der Ausbildung fortführen. Zumeist soll dies in Wust erfolgen - denn die Fischbecker besitzen derzeit kein Gerätehaus. Im Plan sind Termine im März, Mai, Juli und Dezember vorgemerkt. In Planung ist zurzeit das Maifeuer, eventuell soll es erstmals mit einem Tanz verbunden werden. Auch das Pfingstsportfest wird wieder unterstützt, die neuen Kontakte mit den Wehren will man pflegen.

Ein Lichtblick war im Vorjahr die Gründung des Fördervereins der Wehr. Damit sind die Veranstaltungen der Wehr endlich rechtlich abgesichert. Wegen der Flutkatastrophe wurde dessen Konto gleich in Anspruch genommen, um Spendengelder anzunehmen. Geld kam unter anderem von der Feuerwehr Liepe, der Allianz-Versicherung und der Deutschen Bank. "Einige Materialien wurden bereits angeschafft", informierte Vorsitzender Gordon Fabian.

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