Vor zehn Jahren wurde in Havelberg die Selbsthilfegruppe der Rheumaliga gegründet. Waren es zu Beginn acht Mitglieder, sind es inzwischen 60 Frauen und Männer, die sich in zwei Gruppen regelmäßig treffen.

Havelberg l Die vier Prinzipien der Rheumaliga - viermal "B" für Begegnung, Beratung, Betreuung und Bewegung - werden in der Havelberger Selbsthilfegruppe ausgezeichnet umgesetzt. Davon zeugte der Bericht von Ingrid Protz anlässlich des Jubiläums gestern im Erlebnispädagogischen Centrum ELCH, der nur einen Bruchteil der vielfältigen Aktivitäten wiedergeben konnte. Seit 2012 ist sie die kommissarische Vorsitzende der Rheumaliga Havelberg, nachdem die langjährige Vorsitzende Bärbel Sauer aus gesundheitlichen Gründen dieses Ehrenamt nicht mehr wahrnehmen konnte. Gestern blickten die beiden, die zu den Gründungsmitgliedern gehören, in die zehnjährige Geschichte zurück und stießen mit Mitgliedern und Gästen aufs Jubiläum an.

60 Mitglieder sind in zwei Gruppen aktiv

Bärbel Sauer war es, die nach einer Informationsveranstaltung im Rathaus im Herbst 2003 die Gründung einer Selbsthilfegruppe anschob. Am 19. Februar 2004 fand die Gründung statt und einen Tag später bereits das erste Funktionstraining. Immer mehr Betroffene machten mit. Als 2009 das fünfjährige Bestehen gefeiert wurde, waren es 33 Mitglieder, aktuell sind es 60. Diese treffen sich in mittlerweile zwei Gruppen. Brigitte Nehring hatte die zweite Gruppe im Juni 2012 gegründet.

Trocken- und Warmwassergymnastik, Bewegung beim Tanzen, Kreativnachmittage, gemeinsame Fahrten, Vorträge gehören zu den regelmäßigen Aktivitäten. Kremserfahrten, Besuche von Moden- und Orchideenschau sowie "Garten der Welt" und Harzfahrt sind nur einige Beispiele in der umfangreichen Chronik. Als ab 2006 Tanzworkshops zum Angebot des Landesverbandes der Rheumaliga dazukamen, machten die Havelberger mit und waren 2010 auch selbst Ausrichter eines Workshops in der Sporthalle.

Gute Kontakte pflegen die 60 Mitglieder, zu denen auch sechs Männer gehören, etwa zur Liedertafel und zur Selbsthilfegruppe nach Krebs. Regelmäßig sind sie Gast bei den medizinischen Vorträgen im Äskulap Infozentrum. Ingrid Protz dankte allen, die der Selbsthilfegruppe mit Rat und Tat zur Seite stehen und allen Mitgliedern, die sich stets zum Wohle der Gruppe einbringen. Ein besonderes Dankeschön ging unter anderem an Christine Taege vom DRK-Ortsverein, welcher der Rheumaliga die Begegnungsstätte für Treffen zur Verfügung stellt.

Im Namen des Landesverbandes überbrachte Heidemarie Hintsch die Glückwünsche. Sie würdigte die Arbeit der Selbsthilfegruppe und den Zusammenhalt, der spürbar ist.

Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski hob die Bandbreite der Tätigkeiten der Rheumaliga hervor. "Wir freuen uns über aktives Vereinsleben, das nicht immer selbstverständlich ist." Ausgehend von einem Zitat Wilhelm Buschs, das Ingrid Protz mit einem Augenzwinkern zum Thema Ehrenamt vorlas, sagte er, dass er nicht glaube, dass derjenige glücklicher ist, der ohne Ehrenamt ist. Schon die Mitgliedschaft, das füreinander Dasein, erfülle mehr als es belaste. Der große Wert von Selbsthilfegruppen sei es, dass man sich aufgehoben fühlt und spürt, dass es anderen ähnlich geht.

Als Gesprächspartner standen gestern die beiden Havelberger Apotheker, Ernährungsberaterin Regine Buth von der AOK und eine Vertreterin des Orthopädiehauses Pritzwalk bereit. Mit Buffet und Getränken war für Gemütlichkeit gesorgt.

 

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