Wust (asr) l So viele Besucher in der kleinen Küche! Ein Lächeln huscht über das Gesicht von Jasmin König. Sie reicht Uwe Trapp von der Stendaler Interessengemeinschaft Weihnachtssingen ganz unverkrampft die Hand. "Die Spastik ist nicht mehr ganz so stark", berichtet Katrin König freudig von den kleinen Fortschritten ihrer seit der Geburt behinderten Tochter. Seit der Delfintherapie im Oktober im spanischen Mundomar geht es der 12-Jährigen besser. "Wir sollen auf jeden Fall dranbleiben, die Therapie im Wasser tut Jasmin sehr gut", erzählt Katrin König von der Empfehlung des Therapeuten Branko Weitzmann. Dass sie tatsächlich noch einmal mit Jasmin ans Meer fliegen können, hatten Königs nicht zu hoffen gewagt. Doch Spenden machen es möglich, dass es schon bald nach Tunesien geht. Vor einer Woche gab es 410 Euro von der Bilingualen Grundschule in Stendal. Und die Stendaler Gäste, die am Sonnabend zu Besuch in Wust waren, brachten auch Geld mit. Die Interessengemeinschaft spendet den Erlös des alljährlichen Singens am Heiligabend auf dem Marktplatz einem guten Zweck. Kamen bisher beispielsweise die Stendaler Tafel und das Hospiz in den Genuss, so entschied man sich 2013 für die Unterstützung der Delfintherapie von Jasmin König. In der Zeitung hatten die Initiatoren von den Bemühungen der Familie um Spenden gelesen. Über 3000 Stendaler, so schätzt Uwe Trapp als Vorsitzender der knapp 40-köpfigen Gemeinschaft, waren zum Singen gekommen. Mit dem Wissen, dem behinderten Mädchen zu helfen, landete so mancher Taler mehr in der Spendenbüchse. 625 Euro waren zusammengekommen.

Über dieses Geschenk freuen sich Königs sehr. Denn jeder noch so kleine Fortschritt ihrer Tochter macht sie glücklich. Mitte März geht es nach Tunesien, wohin das Team um Branko Weitzmann in den in Spanien kühleren Wintermonaten ausweicht. Eine Woche lang wird Jasmin im Wasser therapiert. Die entspannende Wirkung im Kontakt mit den Delfinen soll die Spastiken weiter lockern. "Seit dem Spanienaufenthalt ist Jasmin aufgeschlossener, nicht mehr ganz so verspannt und auch viel aufnahmefähiger bei den Therapien, die täglich hier bei uns zu Hause stattfinden", schildert Katrin König. Sie wünscht sich, dass Jasmin eines Tages allein sitzen kann.

Am Kaffeetisch erzählte Sven König den Gästen von Therapiehund Neele, der seit neun Jahren zur Familie gehört und ebenfalls mit Spenden finanziert wurde. Und dass das Haus seit einiger Zeit Schritt für Schritt behindertengerecht umgebaut wird. Gerade wurden neue, breite Türen eingesetzt und das Bad fertiggestellt.