254 Führungen und Veranstaltungen hat das Prignitz-Museum Havelberg im vergangenen Jahr angeboten. Davon allein im September 58. Einen Großteil davon machten Führungen durch Stadt und Dom aus.

Havelberg l Rückblickend auf das Jahr 2013 zieht der Leiter der Museen des Landkreises Stendal Frank Hoche eine insgesamt gesehen positive Bilanz. Doch gab es mit dem Hochwasser im Juni auch für das Havelberger Prignitz-Museum ein einschneidendes Ereignis. "Als feststand, dass die Polderflächen geflutet werden, mussten wir unser Sammlungsdepot beräumen. Das war ein enormer Arbeitsaufwand, gehören doch auch schwere Schränke dazu", sagt Frank Hoche und bedankt sich bei allen Mitarbeitern und Helfern.

Flut sorgte für Minus

Natürlich brachte das Hochwasser auch einen Einbruch bei den Besucherzahlen mit sich. Deutlich zu erkennen ist das ausgefallene Domfest im Juni. Stehen in der Statistik für 2012 in dem Monat 1732 Besucher, sind es 2013 mit 731 Besucher genau 1001 weniger. Im Juli gab es eine Differenz von knapp 500.

Allerdings ist die Besucherzahl insgesamt um sechs Prozent gestiegen. Das hängt damit zusammen, dass das Museum im vergangenen Jahr ab Sommer die Führungen für die Stadt und die Kirchengemeinde übernommen hat.

11489 Besucher wurden im vergangenen Jahr gezählt, 2012 waren es 10812, berichtet Frank Hoche. Die Zahl der Führungen, die durch die Museologinnen Antje Reichel und Sabine Ball übernommen wurden, ist vor allem im zweiten Halbjahr angestiegen. "Allein im September gab es 58 Führungen", nennt Frank Hoche eine Zahl aus der Statistik. Kann das Museum das mit dem vorhandenen Personal auch künftig so anbieten? "Es ist keine Situation, die so auf Dauer Bestand haben kann", antwortet der Museumschef und erklärt, dass viel andere Arbeit liegenbleibt. "Eine wesentliche Aufgabe eines Museums ist das Sammeln und Bewahren, alles muss ausgewogen sein."

Mit der Kirchengemeinde, die im vergangenen Jahr viele Führungen ans Museum abgegeben hatte, entwickelt sich eine gute Zusammenarbeit, schätzt Frank Hoche ein. Mit der Gästeführerschulung, an der etliche Havelberger teilgenommen haben, und der Ernennung von Domführern zum Ende des Jahres sind aus seiner Sicht die Führungen und die touristische Vermarktung nun auf breitere Schultern gelegt. Auch mit der Touristinfo gibt es eine gute Zusammenarbeit. Frank Hoche sieht dieses Jahr als Bewährungsphase für das Gartenschau-Jahr. "Wir müssen jetzt eine Struktur aufbauen, damit zur Buga alles stimmt." Positive Tendenzen seien zu erkennen. "Wir haben die Ausbildungsphasen der Stadtführer und Domführer überbrückt, jetzt blicken wir voller Hoffnung in die Zukunft", sagt Sabine Ball.

"Querbeet" läuft noch

Mit den eigenen Veranstaltungen und Sonderausstellungen hat das Prignitz-Museum natürlich ebenfalls zu einem großen Besucherinteresse beigetragen. Auftakt war im vorigen Jahr die in Kooperation mit dem Buga-Zweckverband angebotene Sonderschau "Buga-Blick und Gartenträume". In Verbindung mit Konzert und Finissage eine sehr erfolgreiche Ausstellung. Die Havelberger Ziegeleigeschichte zum Töpfermarkt stieß auf großes Interesse, ebenso die Keramikausstellung mit Exponaten aus dem Mittelalter und der Reformationszeit. "Eine Ausstellung von überregionalem Rang, Havelberg war eine von vier Stationen in Sachsen-Anhalt", würdigte Frank Hoche die gute Zusammenarbeit mit der Stiftung Moritzburg Halle. "Querbeet" zeigt Werke des Malers und Restaurators Gerhard Seidel aus Räbel/Elbe noch bis zum 23. Februar.

Auch die Veranstaltungen kamen bei den Besuchern wieder sehr gut an. Zum Beispiel die Geschichtswerkstatt oder zum Tag der Domweihe die historische Führung unter dem Motto "Der Festungsturm des Bischofs Anselm ist vollendet".