Schollene l Obwohl Schollene von der Flutkatastrophe nicht direkt betroffen war, hatten die Feuerwehrleute dennoch alle Hände voll zu tun: Die Truppe wurde an den jeweiligen Brennpunkten eingesetzt. Auf der Jahreshauptversammlung wurde am Wochenende Bilanz gezogen.

"Diese Flut war eine besondere Herausforderung für alle Feuerwehren, ihr habt euch mit großem Einsatzwillen in anderen Orten engagiert", lobte Verbandsbürgermeister und Dienstherr Bernd Witt die Truppe für ihren Katastropheneinsatz im Vorjahr. Er war froh darüber, solch flexible Reserve zu besitzen, die selbstständig und umsichtig ihre Aufgaben erledigte.

Neben der Katastrophe hatte die Wehr 2013 weitere sieben Einsätze zu bewältigen, informierte Ortswehrleiter Jens Schulze in seinem Rückblick. Beim Fußballspiel kam am 9.März die Alarmierung zum Schornsteinbrand in der Lindenstraße, im April brannte eine Laube in Ferchels ab und im Mai ein Papiercontainer an der Brauerei. Im Juni war ein herabhängender Ast auf der Straße nach Klietz zu beseitigen. Ein abgebrochener Ast war es, welcher am 28. Oktober die Frontscheibe eines Autos durchschlagen hatte - der Fahrer hatte dabei Riesenglück. Der Öltiger kam am 23. November in der Rathenower Straße zum Einsatz, am 6. Dezember gab es einen Fehlalarm - der üble Geruch kam nicht von ausströmendem Gas, sondern vom Zellstoffwerk.

Auch in Klietz und Kamern im Katastropheneinsatz gewesen

Gut zu tun gab es im Juni. Zuerst wurden Wälle an der Lanke und am Seestrang errichtet, bei der Deichverteidigung in Fischbeck wurde die technische Leitung unterstützt, auch am Wall in Wulkau waren Schollener dabei. Der Ringdeich in Kamern wurde ebenfalls mit Schollener Hilfe vervollständigt, in Klietz half man am 13. Juni beim Wallbau am Hotel. Tags darauf ging es wieder nach Kamern an die Badestelle, in der Chausseestraße wurde gepumpt.

Anderntags kam der Abzugsbefehl - die Aktiven sollten sich als eine der wenigen nicht betroffenen Wehren am Standort in Bereitschaft halten. Doch auch zu Hause gab es Arbeit, die Abwasserstationen an der Lanke und am See wurden eingedeicht. Auf dem See sollten am 25. Juni Bäume auf der losgerissenen schwimmenden Insel gefällt werden - es war allerdings nutzlos.

Am 30. Juni und 2. Juli ging es nochmals nach Kamern, es wurde Ölbindemittel in den gefluteten Kellern benötigt. In dem Ort mussten die Aktiven allerdings auch den Diebstahl einer Pumpe verkraften - sie wurde inzwischen ersetzt. Eine erst kurz zuvor von der Firma Honda gesponserte Schmutzwasserpumpe kam defekt zurück, sie wurde inzwischen auf Kosten von Kamern repariert. Die Allianz spendete zudem eine Tauchpumpe, eine weitere Pumpe und zehn Helmlampen kamen von der Verwaltung.

Das Gerätehaus diente während der Flut als Truppenquartier, eine Feuerwehrbereitschaft aus dem Ruhrgebiet war hier untergebracht. Danach kamen Aktive aus dem Dithmarschen, mit denen noch immer Kontakte bestehen. Eine Wehr will künftig sogar mit dem Nachwuchs kooperieren.

Gleich zwei Einbrüche in Schollene und Molkenberg

Sehr ärgerlich waren Einbrüche in Molkenberg und Schollene, bei denen die Täter drei Sägen und einen Trennschleifer mitgehen ließen.

Jens Schulze hielt zudem den Kassenbericht des Fördervereins, seit dessen Bestehen wurden 3300 Euro ausgegeben. Mit dem Geld wurden die Preise beim Osterfest, Präsente für die Mitglieder und Wehrjubiläen, Gema-Gebühren und Gestattungen für Veranstaltungen, Fotos sowie die Fahnenweihe finanziert. 600 Euro wurden für die Vervollständigung der Ausrüstung bezahlt.

"Die Flut zeigte, wie wichtig ausgebildete Feuerwehrleute für die Orte sind", erklärte Bürgermeister Armin Wernicke - zuvor hatte es auf Landesebene schon andere Diskussionen gegeben. Zur Evakuierung des Wohnparkes werden nun Fachleute befragt, eventuell muss eine solche Räumung künftig nicht mehr erfolgen. Ein Dankeschön ging an den Förderverein, der das Dorfleben bereichert - unter anderem mit dem Osterfest oder dem Verbrennen der Weihnachtsbäume.

Dienstherr Bernd Witt hatte noch eine gute Nachricht für die Schollener: Der Kauf eines Mannschaftswagens, den sie gerne haben möchten, ist nicht aus den Augen verloren.