Der Trübengraben war einst ein Elbarm - nach dem Deichbruch bei Fischbeck überflutete die Elbe auch ihr altes Bett. Entsprechend enorm sind die Schäden.

Elbe-Havel-Land l Neben der Scharlibber Bundesstraßenbrücke, wo einst ein hoher Bahndamm stand, gähnte nach der Flut ein tiefes Wasserloch. Der Trübengraben war hier etliche Meter breiter geworden. Jetzt lässt der Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW das Ufer sanieren, die Firma Lati aus Havelberg bekam den Zuschlag. In Kooperation mit der ortsansässigen Agrargenossenschaft wurde das aus dem Graben gebaggerte Spülgut Hänger für Hänger auf die andere Grabenseite gefahren, um dort eingebaut zu werden.

"Der Kolk wird so weit verfüllt, dass der Eigentümer dort wieder wirschaften kann", informierte Arno Mahlke von der LHW-Außenstelle in Havelberg auf Nachfrage. Am Trübengraben gibt es noch etliche sanierungsbedürftige Stellen, ein Gutachter nahm die Schäden auf. Viele Bäume treiben zudem im Gewässer, andere drohen umzustürzen. Nicht nur in Scharlibbe wurde die Böschung ausgespült, oft liegen dadurch die Wurzeln der Bäume frei. Unterhalb vom Wulkauer Wehr drückten Erlen auf die marode Böschung, sie mussten gefällt werden. Etliche Bäume kippten auch im Wäldchen nahe Scharlibbe ins Wasser.

Ein Kolk hatte sich auch am Havelberger Schöpfwerk gebildet, wegen der Bauarbeiten am Radweg dort konnte der Schaden noch nicht behoben werden. Ein weiteres Riesenloch entstand am Durchlass neben dem Autohaus in der Rathenower Straße. Auch die Sohle des Trübengrabens, der bei der Flut zum Fluss wurde, hat sich verändert. "Wir werden wohl noch das ganze Jahr hier zu tun haben", schätzt der Ingenieur ein. Weniger von der Flut betroffen als befürchtet sind hingegen die wasserbaulichen Anlagen.

Im Mai Baubeginn

In der kommenden Woche sollen bei Hohengöhren die Holzungen an der künftigen Deichbaustelle beginnen. Die Planungsunterlagen treffen beim LHW nach und nach ein. Arno Mahlke hofft, im Mai mit der Arbeit beginnen zu können.