Eine Spende von Egbert Läufer aus Hamburg hat es in sich: Das Geld soll als Grundstock für die Wiederbelebung des Rinderzuchtmuseums in Fischbeck dienen.

Fischbeck l Fischbeck an der Elbe ist nicht nur durch den tragischen Deichbruch deutschlandweit bekannt. In den vergangenen beiden Jahrhunderten bildete der Ort ein Mekka für Rinderzüchter: Hier wurde 1876 die erste Rinderstammzuchtgenossenschaft in Deutschland gegründet. Die Schwarzbuntzucht hat hier ihre Wiege, Tiere dieser Rasse waren heiß begehrt - vor allem, wenn sie aus Fischbeck kamen.

Das alles und noch viel, viel mehr weiß der Fischbecker Klaus Wittmüß zu berichten. War er doch seit 1970 als Zuchtbeauftragter eingesetzt. Herbert Schulze, einer seiner Amtsvorgänger, hatte nach der Flucht vieler Bauern vor der Zwangskollektivierung diverse Exponate für ein Rinderzuchtmuseum zusammengetragen. 1981 waren sie erstmals öffentlich gezeigt worden.

Egbert Läufer, der hauptberuflich das "lebendige" Museumsdorf Volksdorf bei Hamburg leitet, hatte unter seinen Mitarbeitern - zwei Festangestellten und 170 Ehrenamtlichen - für von der Flut betroffene Museen im Elb-Havel-Land gesammelt. Ursprünglich sollten die 400 Euro zum Museumshof nach Klietz gehen, dem Geburtsort von Egbert Läufer. Doch waren hier zum Glück keine Schäden zu verzeichnen gewesen, weshalb nun das Rinderzuchtmuseum Fischbeck bedacht wurde.

Seit zwei Jahren geplant

"Der Baubeginn für das Museum hat sich inzwischen schon über zwei Jahre verzögert, doch mit dieser Spende als Starthilfe werden wir endlich damit beginnen", erklärte Klaus Wittmüß. Damals waren schon Fördermittel für die Einrichtung beantragt gewesen, doch zugunsten der Sanierung einer Straße in Wust hatte man darauf verzichtet. Und im Vorjahr war daran aus naheliegenden Gründen nicht zu denken...

Zuallererst muss nun ein Förderverein ins Leben gerufen werden. Unterkommen soll das neue Museum im Bürgerzentrum, dem einstigen Rat der Gemeinde, direkt an der Bundesstraße.

Ein Drittel der Exponate des vor einiger Zeit vom Rinderzuchtverband nach Stendal geholten alten Museums befindet sich noch im Ort, sie waren Gemeindeeigentum. Unter anderem regionale Preise und Pokale. 1983 war das Museum auf Herbert Schulzes Hof eröffnet worden, drei Genossenschaften hatten sich beteiligt.

"Unsere Zucht hatte unter Fachleuten in ganz Deutschland einen guten Ruf", berichtete Klaus Wittmüß. Bis zu 4300 Liter Milch habe eine Schwarzbunte im Jahr gegeben, nach der Wende wurden es dank des Kraftfutters sogar bis zu 8000 Liter. Heute leben in Fischbeck insgesamt 1300 Schwarzbunte, die Bullen von hier sind immer noch sehr begehrt.