Vor zehn Jahren, im Februar 2004, zeigten die Wuster zum ersten Mal, wieviel Humor in ihnen steckt: Der neu gegründete Wuster Carnevalsclub WCC lud zur ersten Prunksitzung ein. Das Jubiläum steht unter dem Motto "Beim WCC wird getanzt und gelacht, seit zehn Jahren sind wir an der Macht!"

Wust l Gleich viermal führen die knapp 80 Mitglieder ihr Jubiläumsprogramm auf: an den drei kommenden Sonnabenden ab 19.19 Uhr und am kommenden Sonntag ab 15.15 Uhr für die Senioren jeweils im Saal des "Schwarzen Adler", der extra zu diesem Anlass geöffnet wird. Es gibt noch wenige Restkarten, die man bei Heidi Elster unter Tel. 61050 bestellen kann.

Der Vereinsvorsitzende Enrico Reumann, von Anfang an im Dreigestirn und als Gemeindediener dabei, freut sich schon und ist stolz über die Entwicklung, die der WCC in den letzten Jahren gemacht hat. Den traditionellen Vereinen in der Region stehen die Wuster inzwischen in nichts mehr nach. Über zwei Stunden lang präsentieren sie ein unterhaltsames Programm - lediglich ein Prinzenpaar gibt es hier nicht und anstelle eines Elferrates regiert das Dreigestirn über das närrische Volk. Jüngstes Mitglied ist die vierjährige Alyssa Reiser, mit 81 Jahren ist Dorothea Pehlgrimm die Älteste. Von den einst 17 Gründungsmitgliedern sind noch 15 dabei. Zum Vorstand gehören neben dem Präsidenten Enrico Reumann der Vizepräsident Jürgen Bastek, Schatzmeister Rolf Ihlau, Schriftführerin Doris Bastek, Jugendwartin Jenifer Kunstler sowie die Kostümkommissarinnen Heidi Elster und Bärbel Ballerstedt.

Zu den traditionellen Programmpunkten gehören unter anderem die Sexbombs, die Mütterbande und natürlich ein Männerballett, die sich natürlich auch für dieses Jahr wieder Originelles einfallen ließen. Dass auch im Jahr nach der Flut, die in Wust einen Teil der Kostüme und Kulissen vernichtet hat, Karneval gefeiert werden kann, ist wiederum den Sponsoren zu verdanken, die den Verein von Anfang an unterstützen.

Chorleiter Günter Reuter ergriff die Initiative

Dass es den WCC überhaupt gibt, ist der Initiative von Günter Reuter und seiner Frau Heike zu verdanken. Der inzwischen wieder fortgezogene Berliner, der damals in Wust lebte und den Chor leitete, hatte den Anstoß dazu gegeben. Denn wenn alljährlich die Gruppe aus Großwudicke ihr Programm zur fünften Jahreszeit in Wust präsentierte, waren die Meinungen einhellig: "Was die können, können wir auch." So fehlte eigentlich bloß die Zündung.

Im Sommer 2003 lud Günter Reuter zwei potenzielle Mitstreiter zu sich nach Hause ein: Enrico Reumann und Jürgen Bastek. Beide sind sozusagen karnevalistisch vorbelastet, denn Enrico Reumann sammelt nicht nur schauspielerische Erfahrungen während der Sommerschule, sondern bei Veranstaltungen der Großwudicker Büttenreden über Wohl- und Missstände in der Gemeinde Wust. Und Jürgen Bastek war zehn Jahre Mitglied des Mangelsdorfer Karnevalsvereins, an dessen Auftritte sich viele Wuster sicher noch erinnern.

Günter Reuter brauchte bei den beiden nicht lange Überzeugungsarbeit zu leisten und schon kurze Zeit später war das Dreigestirn geboren (inzwischen sind es Enrico Reumann, Jürgen Bastek, Rolf Ihlau und Ulf Kubon). Mitstreiter und Helfer wurden gebraucht. Die Propaganda funktionierte und über 20 Karnevalisten beratschlagten kurz darauf im "Schwarzen Adler" ihren Angriff auf die Lachmuskeln der Wuster. Am 7. Februar 2004 hieß es dann in Anlehnung an die einst in Wust ansässige Adelsfamilie von Katte mit der Katze im Familienwappen zum ersten Mal: "Der Kater steppt, die Katze jubelt". Der Schlachtruf der Wuster, der auch in der Schule und im Kindergarten vom närrischen Nachwuchs geschmettert wird, lautet: "Kittekatte, Kittekatte, Kittekatte - miau miau miau!"

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