Auf Flugreise nach Brasilien begeben sich die Jecken des Wulkauer Karnevalsclubs WKC in ihrer 48. Session. Denn am Zuckerhut steigt in diesem Jahr die Fußball-WM.

Wulkau l "Bitte das Rauchen einstellen, die Handys ausschalten und anschnallen!" hieß es zu Beginn der Prunksitzung des Wulkauer Karnevalsclubs. Um in den Saal zu gelangen, mussten die Gäste durch einen Körperscanner. Dieser kam im Programm auch noch zum Einsatz, um die Arbeit der Flughafenpolizei zu demonstrieren. Gerd Pfüller hatte sich dazu auch Fluggäste aus dem Publikum herangeholt. Während sich eine junge Dame entkleiden musste, kam eine schwer bewaffnete ältere Frau ungeschoren hindurch.

"Rio, Sonne, Zuckerhut - mit Wulkau-Air fliegt man gut" - getreu dem Motto war denn auch das Prinzenpaar eingekleidet, das von der Garde in den Saal geführt wurde. In den Stühlen nahmen wie im Vorjahr wieder die Regenten Christin II. und Matthias II. Platz. Als Flugbegleiterin erledigte die Prinzessin ihren Job sehr professionell. So erfuhren die Gäste im wie immer rappelvollen Saal, wo sich die Notausgänge befinden: "Durch die Tür und hart nach links". Bei Druckanstieg in der Blase gehe es rechts herum.

Laut aktueller ADAC-Pannenstatistik sei die Wulkau-Air die sicherste Fluglinie weltweit, erklärte Sitzungspräsident Andreas Düwert. Wer wolle da schon widersprechen? Und falls in Sandau die Fährzeiten nicht bald wieder verlängert werden, werde auch noch über die Elbe geflogen.

Wulkau-Air fliegt für nur 14 Euro nach Rio

Als Chauffeur vom Kamernschen Bürgermeister plauderte Dominic Düwert in der Bütt aus dem Nähkästchen: Er sei dessen rechte Hand und regele wichtige Entscheidungen mit dem Bürgermeister allein. Morgens sichtet er die Presse und stellt dann die Strategie für ihn auf. Sogar beim Ampelstopp in Havelberg werde man in der Fiat-Nobelkarosse begrüßt.

Zwei Jahre verzichten musste das Publikum auf Anastasia Pfeifenstängel. Doch in diesem Jahr trat Steffen Knoke wieder in die Bütt, um als Dame von Welt über die Männer herzuziehen - sehr zum Gaudi des Publikums. So habe Wilko Bayer im Auto 55-mal Wulkau umrundet - sein Blinker war festgeklemmt. Auch habe die Zahnbürste schon wieder drei Kilo zugenommen, habe sie Zähne putzend beim Wiegen im Bad feststellen müssen. Und: "Wissen sie, wie man als Frau 80 Kilo überschüssiges Fett los wird? - Man muss sich scheiden lassen..." Auch war sie in Brasilien im Urlaub und schaute bei einem Fußballspiel zu. Seltsam nur, dass der Mann in Schwarz nicht mitspielen durfte. Aber die Leute ringsum sagten, er sei ohnehin blind.

Wie Dominic Düwert ist auch Steffen Knoke schon ein inzwischen erfahrener Büttenredner, bereits als Junge hatte er in der Bütt gestanden. Neu im Saal war in diesem Jahr übrigens ein Podest, auf dem sich der Kameramann Peter Knoke und Techniker Martin Bengsch befanden. Fred Güldenpfennig von der Deko-Truppe hatte den "Tower" errichtet.

Ein Urgestein in Wulkau ist inzwischen auch Wilko Bayer, der Vorsitzende des WKC. In der Bütt ist er immer eine sichere Bank, diesmal hatte er eine Pilotenuniform an. Wo sonst als in Wulkau könne man für nur 14 Euro nach Rio fliegen, warb er. Inzwischen gibt es für den noch immer im Bau befindlichen Berliner Großflughafen einen Plan B: Er soll zum Zentralfriedhof werden - ein Millionengrab sei er ohnehin schon. Auch habe er dort zwei Arbeiter beobachtet: Einer schippte ein Loch, der andere machte es wieder zu. - Der Baumpflanzer sei krank, sagten sie ihm.

Für Lacher sorgte auch wieder Familie Wagner aus Klietz, Vater Frank sowie René und Anja machten diesmal einen auf Assi. Er habe in der Zeitung schon drei Arbeitsstellen angekreuzt, aber keiner hat sich gemeldet, schimpfte René Wagner.

Zwischen den Büttenreden und Sketchen sorgten die Tanzgruppen und Sänger für Kurzweil. Keyboardspieler Volkhard Meyer hatte für den WKC sogar eine Hymne geschrieben, sie darf im dreistündigen Programm nicht fehlen.

Hörenswert ist der Gesang von Michelle Gläß, den Helene-Fischer-Hit "Atemlos" musste sie sogar zweimal vortragen. Solo trat auch Anett Trapp auf: "Ein Flug wird kommen" sang sie.

Für Augenschmaus sorgten die Tanzgruppen, zuerst war die Prinzengarde an der Reihe. Als Flugeinweiserinnen betätigten sich ganz in Weiß die jungen Damen von "Pretty Woman". Sehenswert auch die Frauentanzgruppe und als Abschluss dann das Männerballett - eine Szene vom berühmten Straßenkarneval in Rio.

Für "Turbulenzen" beim Flug nach Rio sorgte vor allem wieder die junge Band "Kopf und Kragen", hierbei wurde sogar getanzt.

   

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