Das Katastrophenjahr 2013 wird auch den Anglern für immer im Gedächtnis bleiben. Wie sehr die Flut das Vereinsleben der Schönhauser Angelfreunde beeinflusst hat, resümierte der Vorsitzende Bernd Witt auf der Jahresversammlung.

Schönhausen l Enorme Schäden und Verluste stellte der Verein fest, nachdem sich das Deichbruchwasser zurückgezogen hatte. "Nach Auswertung der Fangstatistiken und Gewässeruntersuchungen gehen wir davon aus, dass rund 50 Tonnen Fische in unseren Vereinsgewässern verendet sind. An Gebäuden und Unterständen entstand ein Schaden von rund 50000 Euro", bilanzierte Bernd Witt vor den Mitgliedern. Am stärksten waren der Neue Wiehl, der Rohrwiehl, das Schönhauser Kiesloch, alle Hohengöhrener Gewässer, die Gänselake und das gesamte Grabensystem betroffen. Dass der Verein einen sehr guten Fischbestand hatte, davon zeugen die zahlreichen toten Fische: So wurde ein anderthalb Meter langer Wels an der ICE-Strecke gefunden, viele kapitale Karpfen lagen im Kabelitzer Wald, an der Deichbruchstelle, zwischen den Gleisen und auf den Feldern. Nach dem Rückgang des Hochwasssers versuchten Schönhauser und Hohengöhrener Angler, die Fische aus den zahlreichen Lunken wie beispielsweise am Hohengöhrener Damm zu fangen und wieder in die Gewässer einzusetzen, teilweise ist das geglückt.

Gewässerqualität ist wieder gut

Inzwischen können die Gewässer wieder neu besetzt werden. Die ersten Zander und Weißfische wurden mit Unterstützung von Fischer Gernot Quaschny eingebracht. Insgesamt 22700 Euro hatten die Schönhauser in den letzten vier Jahren für Fischbesatz ausgegeben - das muss jetzt wieder ausgeglichen werden. Die Wasserqualität hat sich langsam erholt, bestätigt der Gewässerwart Manfred Flöter. Beim Fischbestand wird es sicher fünf bis sieben Jahre dauern, bis der ursprüngliche Zustand wieder erreicht ist, schätzt Bernd Witt.

Im Verein engagieren sich nach wie vor rund 220 Mitglieder, die an zahlreichen Hegemaßnahmen, Arbeitseinsätzen oder auch an den geselligen Veranstaltungen wie Skat oder Anglervergnügen teilnehmen.

Mit dem Nachwuchs haben auch die Schönhauser ihre Sorgen. Viele Jugendliche können sich mit dem Hobby noch nicht anfreunden und kommen erst später, wenn sie älter sind, dazu.

Auf der Jahreshauptversammlung legte der Vorstand auch Rechenschaft für die Jahre von 2009 bis 2013 ab, denn der Vorstand musste neu gewählt werden. Mit dessen Arbeit sind die Mitglieder zufrieden. Sie erteilten nicht nur die Entlastung, sondern wählten den Vorsitzenden Bernd Witt und seinen Stellvertreter Eckhard Habiger sowie Uwe Drossel und Fred Reich. Beisitzer sind Marco Dorsch, Siegfried Kretschmann, Manfred Flöter, Bernd Döring, Olaf Kunstler, Frank Guderjan und Olaf Storjohann auch wieder für die kommenden vier Jahre.

Einzig in der Revisionskommission sitzen mit Maik Kellermann, Reno Krapf und Siegfried Güldenpfennig neue Mitglieder.

2014 haben die Schönhauser Angelfreunde wieder einen vollen Terminkalender. Zahlreiche Hegemaßnahmen stehen auch auf dem Plan. Das Jahr beginnt wie immer mit einem Preisskat am 1. März und einem Arbeitseinsatz am 12. April.

 

Bilder