Die über vierstündige Sitzung des Ausschusses für Bau, Wirtschaft und Tourismus des Verbandsrates begann am Mittwochabend mit der Besichtigung des Schönhauser Kindergartens.

Schönhausen l Auch dem letzten Zweifler wurde beim Rundgang durch das "Spatzennest" bewusst, wie wichtig bauliche Veränderungen sind. "Entsetzlich" fand einer der Ratsmitglieder die Bedingungen in dem Kindergarten, in dem derzeit 137 Kinder betreut werden. Der Platz ist viel zu klein, die Anforderungen des Brandschutzes werden nicht erfüllt, von "zeitgemäß" weit entfernt. Eine der Forderungen des Brandschutzes, die Flure frei von Jacken und Schuhen zu machen, wurde gerade umgesetzt. Die Folge: Sämtliche Funktionsräume und Ballbäder sind zu Garderoben umfunktioniert worden.

Auch wenn die Flure, in denen nichts Brennbares sein darf, gemalert worden sind, sehen sie ohne die ausgestellten Kinderarbeiten trist und lieblos aus. Wo denn in den kleinen Gruppenräumen noch die Schlafplätze aufgebaut werden, fragten die Räte. Denn das Schlafen im großen Raum unterm Dach des Altbaus hat der Landkreis aus Sicherheitsgründen ebenfalls untersagt.

Nach dem Rundgang wurde die Sitzung im Bürgerzentrum fortgesetzt. Eltern aus Schönhausen und Schollene nahmen daran teil. Planer Jörg Jensen aus Tangermünde stellte die möglichen Varianten für den Schönhauser Kindergarten vor. Sie reichten von Sanierung (würde den kompletten Auszug der 137 Kinder erfordern), über Aufstockung des Altbaus um eine Etage bis hin zum Neubau. Der Rat war sich schnell einig: Neubau. Denn alles andere wären nur Kompromisse und keine Investition in die Zukunft.

Hinter dem Neubau, auf dem Gelände zwischen Spielplatz und Schulsportplatz, soll das neue "Nest" gebaut werden. Es handelt sich um einen Flachbau mit vier Kindergarten- und drei Krippenräumen, einem Veranstaltungs- und Versammlungsraum und dazu diversen Funktionsräumen. Je zwei Räume werden mit einem Sanitärbereich und natürlich Garderoben komplettiert.

Jetziger Neubau wird zur Schule

Der jetzige Neubau wird nach einer Sanierung (u.a. Dach- und Fassadendämmung) der Schule inklusive Hort zur Verfügung gestellt. Hier entstehen zusätzliche Klassenzimmer, die gebraucht werden, wenn Schönhausen die Kinder der Wuster Schule aufnimmt.

Der Altbau, der aus den 50er Jahren stammt, soll abgerissen werden.

Sollte der Verbandsrat den Beschluss bald fassen, könnte die konkrete Planung erfolgen, die Genehmigung dauere dann auch ihre Zeit, so dass über den Winter ausgeschrieben werden könnte und Baubeginn im Frühling 2015 möglich wäre. Ein Jahr Bauzeit wird veranschlagt.

Ganz so optimistisch wie der Planer ist Bauamtsleiter Ulf Wabbel nicht. Denn für das 2,8 Millionen Euro teure Vorhaben sollen alle Fördermöglichkeiten geprüft werden. In der letzten Förderphase von "Stark 3" war das Schönhauser Projekt abgelehnt worden, die neue Phase beginnt erst in diesem Jahr, "und wir sollten versuchen, alle Möglichkeiten zu nutzen". Derzeit bemüht sich die Verwaltung um einen Gesprächstermin im Landesministerium, um die Chancen auf Förderung für den Schönhauser und auch den Schollener Kindergarten (dazu morgen ausführlich) auszuloten.