Der drohenden Abwanderung der Schollener Kinder nach der Schließung ihrer Schule ins Brandenburgische wollen Verbandsgemeinde und Landkreis entgegenwirken. Denn nur mit allen Kindern haben die Einrichtungen in Sandau und Klietz eine Chance.

Schollene l "Die Kinder dürfen nicht in ein anderes Bundesland abwandern! Denn das hat Folgen für die ländliche Region - nicht nur heute und morgen, sondern auch in 10, 20 und 50 Jahren. Wer erst einmal weg ist und keinen Bezug mehr hat, der bleibt auch weg." Diese Sorgen äußerte die Schulausschussvorsitzende des Kreistages, Edith Braun, am Donnerstag während einer Gesprächsrunde in der Klietzer Schule. Hier soll die Mehrzahl der Schollener Kinder ab Sommer lernen. Die Molkenberger sowie Garzer und Warnauer wechseln nach Sandau. Allerdings lediglich die Einschüler. "Der Klassenverband bleibt auf jeden Fall erhalten. Die Kinder, die jetzt gemeinsam lernen, müssen bis zur vierten Klasse zusammenbleiben", stellt Edith Braun klar. Das bedeutet auch, dass die Scharlibber Kinder, die jetzt in Klietz lernen, nicht wie befürchtet nach Sandau müssen. Die Einschulung erfolgt künftig an den neuen Schulen.

"Klietzer Schule hat langfristig Bestand"

An der Gesprächsrunde nahmen auch der erste Dezernent des Landkreises und stellvertretende Landrat Denis Gruber, Verbandsbürgermeister Bernd Witt sowie die beiden Klietzer Schulleiterinnen Christine Kapl und Ute Wernecke sowie Gunnar Berg aus Schollene teil. "Wir wollen den Schollenern deutlich machen, dass die Schule hier in Klietz dauerhaft gesichert ist und auch der Schulbusverkehr reibungslos läuft und wir die Zeit von 30 Minuten einhalten", sagt Denis Gruber.

Wie genau das funktionieren soll, erfahren die Eltern auf einer Versammlung am 20. März ab 19 Uhr im Schollener Schulspeiseraum. Hierhin sind nicht nur (künftige) Eltern eingeladen, sondern alle Schollener. Gesprächspartner sind Vertreter des Landkreises, der Verbandsgemeinde und auch die Schulleiter.

Der Landkreis richtet Kritik an die Landesregierung, die es zulässt, dass die Schollener Sachsen-Anhalt problemlos verlassen. "Dieses Thema werden wir an den zuständigen Stellen ansprechen. Und wir haben für März auch schon einen Gesprächstermin mit den Trägern der Schulen in Großwudicke und Rathenow vereinbart, um auch hier deutlich zu machen, dass wir die Abwanderungswilligen bei uns halten wollen", erklärt Denis Gruber.

Für den 29. März ist ein Tag der offenen Tür in Klietz geplant, damit die Schollener Eltern die umweltorientierte Einrichtung und ihre vielseitigen Angebote kennenlernen können.

Edith Braun: "Auch uns gefallen die Vorgaben des Landes nicht, aber wir müssen sie umsetzen. Die Eltern haben es in der Hand, wie die Zukunft hier aussieht."