Ein Feuerwerk schossen die Wuster Karnevalisten zu ihren zehnten Geburtstag ab - jede einzelne Rakete ein Hingucker!

Wust l Schon der Auftakt der vierten und damit letzten Faschingsfeier in der Jubiläumssession war vielversprechend: Die Funkengarde zeigte, wie sie sich in den zurückliegenden Jahren gemausert hat. Nicht nur als Gardemädchen in Uniform marschierten sie durch den Saal des "Schwarzen Adlers", sondern auch die beiden später folgenden Tänze glänzten durch fetzige Choreografie zu perfekt ausgewählten Liedern - und mit den Kostümen setzen die Mädels das Tüpfelchen aufs i. "Da kann das Fernsehballett nicht mithalten!" sagte der Moderator im Dreigestirn, das aus den vier Herren Enrico Reumann, Jürgen Bastek, Ulf Kubon und Rolf Ihlau besteht. Letzterer ließ sich nach einem Tanz der Gardemädchen sogar zu einem "Das-ist-Spitze-Sprung!" hinreißen.

Unter ihren Masken, wie sie Sänger CRO trägt, waren die "Little Stars" nicht zu erkennen. Karnevalspräsident Enrico Reumann hat wirklich guten Grund, wenn er sagt, dass ihm um den närrischen Nachwuchs nicht bange zu sein braucht. Bei der abschließenden Vorstellung hoben die fast Jugendlichen die Masken und freuten sich über den Jubel der Gäste.

Nachdem vier Originale aus der Wuster Schule demonstrierten, was in einer Unterrichtsstunde so los ist, kam Ekel Alfred (Jürgen Bastek), "ich soll hier für Stimmung sorgen", blaffte er. Und tat es! Auch wenn nicht gerade nett, gewann er die Herzen des Publikums, erst recht, als er mit Handpuppe "Peli" über dies und das plauderte. Das Ekel legte sich sogar mit dem Präsidenten an und foppte ihn, weil er unlängst beim Radio-Brocken-Anruf 14000 Euro verdaddelt hatte. Alfred kam noch ein zweites Mal, nun mit seiner Else (Doris Bastek), "der dussligen Kuh". Die hatte ihr Alfredchen aber im Griff und bereitete sich mit ihm aufs Großelternwerden vor. Das mit dem Wickeln des Enkelkindes muss Alfred allerdings noch üben...

Statt in die Rolle des Gemeindedieners zu schlüpfen, zog Enrico Reumann dieses Mal die Uniform an und kam als gestrenger, gnadenloser Ausbilder daher. Und wehe, jemand im Publikum sagte einen Mucks oder lachte zu laut! Zu Lachen hatten die Gäste auch über die Talkshow der Fire Boyzz Ringo Urbahn und Gordon Fabian, die schauspielerisches Talent bewiesen.

Zu "UBDH" ist dieses Jahr noch ein U für Uwe Komorowski dazugekommen. Als Puhdys rockten er sowie Ulf Kubon, Doris Bastek, Bärbel Ballerstedt und Heidi Elster wie gewohnt die Bühne und brachten den Saal zum Beben. Erst recht, als sich Uwe Komorowski ans Schlagzeug setze. Bei "Wir woll`n die Eisbärn sehen", für das sich UBDH ein neues bäriges Kostüm übergestreift hatten, hielt es die Gäste nicht mehr auf den Stühlen.

Die Mütterbande, zunächst in originellen Schlumpfkostümen daher kommend, begaben sich auf zehnjährige Zeitreise. Da durften die Wildecker Herzbuben (Sandy Bothe und Annett Hampsen) nicht fehlen, die zu "Katjuscha" tanzenden Russen oder die Nonnen, unter deren Kutten sich Teufel versteckten. Bärbel Ballerstedt sang den Andrea-Berg-Hit "Du hast mich tausend mal belogen", Wolle Petry unterstützte die Mütterbande und Heidi Elster sang als Harald Glööckler "So schön kann doch kein Mann sein!" Mit ihrem ABBA-Tanz beendeten die Mütter die Zeitreise.

Die Sexbombs machten ihrem Namen alle Ehre! Erst kamen sie brav und arbeitssam als Müllmänner daher. Doch schnell ließen sie die Latzhosen halbrunter - viel trugen sie nicht drunter... Klar, dass auch die "Sexbomben" erst nach einer Zugabe ausmarschierten.

Das Publikum war nun auf dem Höhepunkt der Stimmung angekommen - da konnte nur noch das Männerballett mit seinem zweiten Auftritt einen draufsetzen. Zuvor hatten die Herren schon mal als Kommissare zum Falco-Hit auf der Showbühne gestanden und drei Ausschnitte aus früheren Tänzen gezeigt: als Hula-Mädchen, zum Madonna-Song und als Backstreet Boys. Zum Abschluss des Abends setzten sich die Herren blonde Perücken auf, streiften rosa Röckchen über und tanzten mehr oder weniger grazil als Barbies durch den Saal - Ken (Arvid Reumann, der auch als Heinz Erhardt glänzte) fühlte sich inmitten der "Damen" wohl.

Nach dreieinhalb Stunden endete das Programm, mit dem der WCC eine tolle Jubiläumssaison beendete. DJ Metermann spielte den Rest der Nacht Tanzmusik.

   

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