Ein Konzept für den Neubau des Jugendklubs wurde auf der Ratssitzung in Kamern vorgestellt. Es fand allgemein Anklang.

Kamern l Das neu zu errichtende Gebäude am See, in dem neben dem Jugendklub auch die Bibliothek unterkommen soll, soll in zwei Etagen errichtet werden, informierten die beiden Planer aus Kyritz. Das Erdgeschoss könnte im Extremfall - den aber niemand mehr haben möchte - geflutet werden, das Obergeschoss bleibt trocken.

Der Neubau soll an fast der selben Stelle wie sein Vorgänger errichtet werden, informierten Sylvia Markau und Steffen Michaelis im Büro des Bürgermeisters, wo sich neben Klubleiterin Petra Güldenpfennig auch einige Jugendliche eingefunden hatten. Das Gebäude hat eine Doppelfunktion - es soll im Notfall zugleich als Deich dienen. Darum ist der untere Durchgang eine verschließbare Deichscharte.

Unten im "Kaltbereich" sollen Toiletten, Umkleideräume, Technik und Lager für die saisonale Nutzung unterkommen, zudem ist ein Schaukasten geplant. Ein Teil der Freifläche ist von der Loggia des Obergeschosses überdacht, so kann man sich hier bei Regen unterstellen.

Wie sein flutgeschädigter Vorgänger soll auch der Neubau wieder eine strandtypische Holzfassade erhalten. An einer Wand soll eine Karte an die Flut erinnern, zudem könnte eine weitere auch als Projektionsfläche für Kinovorführungen dienen.

Bibliothek mit Loggia, Klub mit Panoramablick

Das Obergeschoss, was auch über den Deich über eine Rollstuhlrampe erreichbar sein wird, ist zweigeteilt: Links soll die Bibliothek unterkommen, rechts der Jugendtreff. Die Bibliothek wird laut Planung mit einer Abstellkammer sowie einer seitlichen Loggia mit Strandblick ausgestattet, der Klub bekommt ein Panoramafenster mit Seeblick. Beide erreicht man über ein Foyer durch getrennte Türen.

Der Klub besteht aus einem großen Mehrzweckeraum mit Garderobe sowie Tischtennis- und Billardtisch, rechts daneben befinden sich eine offene Teeküche, ein Fernseh- sowie ein Kreativraum. Zwischen dem Klub und der Bibliothek ist der Sanitärtrakt, mit integriert ist auch ein WC für Behinderte. Auf dem Dach sollen zudem Solarkollektoren installiert werden. Eventuell kann eine Wand auch als Kletterwand gestaltet werden - oder der Deich als Rampe für Skater. Weitere Ideen der Jugendlichen sind erwünscht.

Die leichten Umkleidekabinen sollen ebenfalls aus Holz errichtet werden. Auf dem rechten Strandteil soll eine Jugendwiese entstehen - etwa dort, wo der Volleyballplatz war. Diese Planung für den Außenbereich wurde vom Planungsbüro Ellmann-Schulze übernommen.

Zwei strahlenförmige Hauptwege begrenzen darin den eigentlichen Badestrand. Hinter der Liegewiese und neben dem Neubau soll eine befestigte Fläche für Veranstaltungen entstehen. Im Wegesystem sind auch das Kino und der Kiosk eingebunden.

Gerold Röhrs fand den Entwurf gut gelungen, ebenso Caren Pfundt. Einen direkten Zugang zur Loggia wünscht sich Johannes Ebel. Rolf Müller, Leiter des Havelberger Jugendzentrums und auch für Kamern zuständig, wies darauf hin, dass der Klub eine Mindestgröße von 80 Quadratmetern haben müsse, um gefördert zu werden. Zudem müsste der Sanitärbereich separat liegen. Das werde eingehalten, versicherten die Kyritzer.

Das Obergeschoss sei hochwassersicher, es beginne erst einen halben Meter über dem Deich, erklärten die Planer auf Nachfrage von Christoph von Katte. Als nächster Arbeitsschritt wäre jetzt die Vermessung an der Reihe.

Mit dem Neubau werden sich auch die Bewirtschaftungskosten für die Kommune drastisch reduzieren, erklärten die Planer. Denn das Gebäude wird nach aktuellen Standards errichtet, das derzeit noch bestehende war ein reiner Sommerbau - und musste im Winter entsprechend teuer beheizt werden.