Wenn auch das Hochwasser noch nicht abschätzbare Schäden mit sich gebracht hat, so war 2013 doch ein erfolgreiches Jahr für die Forstbetriebsgemeinschaft Wust-Schönhausen. Und auch der Start ins neue Jahr verlief vielversprechend.

Schönhausen/Wust l Die 1993 gegründete Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) hatte ihre insgesamt 218 Mitglieder am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung in die Schönhauser "Elbaue" eingeladen. Steffen Northe, der seit der Neuwahl im vergangenen Jahr zusammen mit Wilfried Jahns zu den neuen Vorstandsmitgliedern gehört, hieß die knapp 70 Anwesenden willkommen.

Manfred Heinrich, stellvertretender Vorsitzender, ließ kurz das Ausnahmejahr 2013 Revue passieren. Zunehmender Diebstahl von Holz sei ein Ärgernis. Für den 120. Geburtstag der Schönhauser Feuerwehr hatte die FBG 120 Euro gespendet.

Über 5000 Festmeter eingeschlagen

Auch Revierförster Roland Eckard nahm Stellung. Sein Resümee fiel in puncto Holzverkauf durchaus positiv aus: Gut 5000 Festmeter wurden eingeschlagen und verkauft. Überwiegend stammt das Holz aus der Durchforstung dringend pflegebedürftiger Flächen mit dem Harvester. Aber auch Kahlschlag war auf zusammengerechnet zehn Hektar notwendig. "Wir haben inzwischen etliche überalterte Baumbestände, die nur noch komplett gefällt werden können."

Auch in diesem Jahr ist der Holzeinschlag gerade abgeschlossen worden, wiederum 5600 Festmeter sind zusammengekommen. Da die Holzpreise derzeit sehr hoch sind, spült der Verkauf Geld in die Kassen der Waldbesitzer. Auch die FBG, die dem Waldbesitzer sämtliche Arbeit abnimmt, profitiert davon. Denn sie ist mit einem Abschlag am Gewinn beteiligt, außerdem finanziert sie sich über die Mitgliedsbeiträge.

Die kahlen Flächen müssen allerdings auch wieder aufgeforstet werden. "Es gibt zwei Möglichkeiten: Ganz klassisch Pflanzreihen aufpflügen und per Hand Bäumchen einsetzen, oder aber Naturverjüngung. Dabei wird die Fläche gemulcht und an den Stellen, wo die Humusschicht sehr dick ist, auch gepflügt. Denn im Humus hält sich kein Wasser und die Bäumchen geraten hier eher in Gefahr abzusterben. Die bearbeiteten Flächen werden dann sich selbst überlassen. Von den angrenzenden Bäumen treibt der Wind die jetzt aus den Zapfen springenden Samen auch auf die Kahlflächen, wo sich die Natur dann von ganz allein verjüngt. Diese Variante ist natürlich viel kostengünstiger und weniger aufwendig", erklärt der Förster und berichtet, dass das Mulchen und Pflügen in dieser Woche in Gange ist. Denn die Zapfen springen bei den ersten wärmeren Sonnenstrahlen um 20 Grad auf - bis dahin muss alles vorbereitet sein. Im Bereich der hiesigen FBG wird diese Methode erstmals auf zusammengerechnet gut sieben Hektarn angewendet, aber aus seinem früheren Zuständigkeitsbereich hat Roland Eckert schon gute Erfahrungen gemacht.

Zu den Hochwasserschäden kann er derzeit noch nicht viel sagen. "Augenscheinlich ist erst einmal nichts zu sehen. Aber das zeigt sich auch erst im Laufe dieses Jahres. Bis Ende Dezember müssen auch die Anträge auf Schadensausgleich gestellt werden. Waldbesitzer, die Schäden sichten, sollten sich umgehend an mich wenden", weist er auf die vom Land gesetzte Frist hin.

Erfreulich sei, dass derzeit keine Gefahr von Forstschädlingen ausgeht - das hat die Winterbodensuche ergeben. Allerdings hat der milde Winter die Bäume geschwächt. "Eigentlich brauchen sie eine längere Ruhephase, die sie durch den mangelnden Frost in diesem Winter kaum hatten."

Erweiterung um den Bereich Jerichow

Einer wichtigen Aufgabe stellt sich die FBG in diesem Jahr. Sie bereitet die Erweiterung territorial um die angrenzenden Wälder im Bereich Wulkow und Jerichow vor. Den Waldbesitzern will man die Mitgliedschaft in der solide aufgestellten FBG anbieten. "Wir sind eine große Gemeinschaft, die deshalb auch in den Genuss von Fördermitteln kommt und nicht zuletzt durch die sehr gute Arbeit unserer Geschäftsführerin Roswita Jeske beste Ergebnisse für die Mitglieder erzielen kann", erklärt der Vorsitzende Adolf Steffens. Eine Vergrößerung würde der FBG weiter zugute kommen. Denn pro Mitglied gibt es vom Staat zehn Euro pro Jahr und außerdem bei Genehmigung des Fördermittelantrages eine Rohholz-Mobilisierungsprämie. Die zahlt der Staat, weil der holzverarbeitenden Industrie Material zur Verfügung gestellt wird.

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