Mit dem ersten Blumenstrauß dieses Jahres würdigt die Volksstimme das Engagement der Ehrenamtlichen in den Flut-Spendenlagern. Stellvertretend für alle seien hier Friedegard Bos und Klaus Ölmann genannt.

Schönhausen l Ein dreiviertel Jahr nach dem Deichbruch ist es etwas ruhiger geworden im Schönhauser Spendenlager. Anstatt vier Lagerstellen gibt es nur noch eine in der Bauhofhalle und der Andrang ist längst nicht mehr so groß. Aber noch allzu gut erinnert sich Klaus Ölmann an die Sommermonate, als sein Telefon pausenlos klingelte, ein Spendentransporter nach dem anderen anrollte und entladen werden musste, die Flutopfer Schlange standen und die Überbringer der Spenden sehen wollten, was die Flut angerichtet hat. Verschnaufpausen gab es kaum.

Öffnungszeiten zweimal pro Woche

Aber der über 70-Jährige, der einst als Kaufmann zusammen mit seiner Frau die Schönhauser Drogerie und den Frischemarkt betrieben hat, wusste stets ein engagiertes Team hinter sich. Erste Ansprechpartnerin ist Friedegard Bos. Die ehemalige Schönhauser Lehrerin, die zuletzt Schulleiterin an einem Stendaler Gymnasium war, kümmert sich jetzt vor allem um die Kleiderspenden. Gerade erst wieder musste alles vom Bürgerzentrum zurück in die Halle geräumt werden. Und dann sind da noch Heinz Herzer, Achim Güldenpfennig, Gisela Ladwig, Rosi Kanne, Charlotte Marin, Christel Guß-Siedler, Marie-Luise Haak, Sigrid und Wilfried Schwuchow, Nicole Müller und Eckhard Gromeier, die heute noch zum damals noch größeren Team gehören. Sie sichern auch die Öffnungszeiten zweimal pro Woche ab, räumen um, packen aus.

"Einfach war es nicht immer. Mal abgesehen davon, dass wirklich viel zu tun war, gab es auch die eine oder andere Auseinandersetzung, weil die Nerven bei den Flutopfern verständlicherweise blank lagen. Und einige Spenden entsprachen auch nicht den Erwartungen", berichtet Klaus Ölmann. "Aber uns macht die Arbeit heute noch Spaß. Es ist schön zu sehen, wenn sich Flutopfer freuen, dass sie etwas Passendes gefunden haben." Er und die anderen konnten sich gut auf die Arbeit im Spendenlager konzentrieren, "denn wir sind zum Glück nicht unmittelbar von der Flut betroffen. Deshalb hatten wir uns auch für die Arbeit im Spendenlager gemeldet." Klaus Ölmann selbst war glücklich, mit dieser Aufgabe betraut zu werden. Sein organisatorisches Talent war gefragt, "es tat gut, gebraucht zu werden und in dieser schrecklichen Zeit etwas tun zu können". Eine schöne Erfahrung sei auch, dass es zu einigen Spendern heute noch Kontakt gibt.

Vereinzelt treffen noch neue Spenden ein

Ein paar Wochen wird es das Spendenlager im Schönhauser Bauhof noch geben. Und es kommen auch noch ein paar neue Spenden an, hofft Klaus Ölmann. Aber es wird nicht mehr alles genommen. "Was wir jetzt brauchen, ist Baumaterial. Teilweise stehen Dinge auch abholbereit, aber es mangelt am Transport. Da versuchen wir, Lösungen zu finden. Denn die Hilfe wird nach wie vor benötigt."